Frank Esche
Frank Esche
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6. Klasse, 7. Klasse, 8. Klasse, 9. Klasse, 10. Klasse, 11. Klasse, 12. Klasse

Geboren wurde Frank Esche im Jahr 1953 in der thüringischen Universitätsstadt Jena. Nach dem Besuch der Johannes-R.-Becher Schule in seiner Heimatstadt, die er im Jahr 1972 mit dem Abitur abschloss, entschied er sich für ein Studium des Faches Archivwesen in Potsdam. Als Archivar arbeitete Frank Esche im Stadtarchiv Jena und im Thüringischen Staatsarchiv Rudolstadt.

Nicht nur seine gesellschaftspolitischen und kulturellen Interessen, sondern vor allem sein Beruf als Archivar führte ihn zu manch' interessantem Buchtitel.

Für die Klassen 6 bis 12 liest Frank Esche aus seinen lustigen Thüringer Anekdotenbüchern und Textbüchern für Sonderführungen auf der Rudolstädter Heidecksburg und in den Thüringer Bauernhäusern in denen Fürsten und Edelleute, einfache Bürger, Studenten, Lehrer und Universitätsprofessoren, Kirchendiener, Militär sowie Künstler, wie zum Beispiel Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller und Franz List tragende Rollen spielen. Dabei wird den Schülern Geschichte einmal anders, „auf lustige Art“, näher gebracht.

Für Schüler ab der 10. Klasse erzählt er von wahren in Thüringen verübten historischen Kapitalverbrechen aus der Zeit von 1606 bis 1968, wobei spannend historische Kenntnisse über familiäre und psychologische Hintergründe der Taten vermittelt, Tatabläufe und Gerichtsverhandlungen rekonstruiert sowie Bilder der unterschiedlichen Klassen und Gesellschaften und deren Rechtssysteme gezeichnet werden. Die Schüler erhalten auch an Hand von Archivdokumenten Kenntnisse über juristische Begriffe und erfahren viel über Forschungsarbeit im Archiv sowie die Entwicklung von Polizeiarbeit und Forensik in der Geschichte.

Frank Esche schrieb mehrere Anekdoten- und Sachbücher, zahlreiche Beiträge für regionalgeschichtliche Bücher und Zeitschriften sowie Artikel für Tageszeitungen.

Zuletzt erschienen

Auf dem Karzer lebt sich`s frei – Studentengeschichten aus dem alten Jena (zusammen mit Rüdiger Glaw), Greifenverlag GmbH, Rudolstadt 1992

Friedrich Anton 1692 – 1718 – 1744. In: Die Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt, Thüringer Landesmuseum Heidecksburg Rudolstadt (Hrsg.), Rudolstadt 1997

Das Thüringer Anekdotenbuch, Hain Verlag Rudolstadt & Jena 1999 und quartus-Verlag Bucha bei Jena 2006 (Erweiterte Neuauflage)

Aemilie Antonie 1614 – 1646 – 1662 – 1670. In: Thüringer Landesmuseum Heidecksburg Rudolstadt (Hrsg.): Die Grafen von Schwarzburg-Rudolstadt, Rudolstadt 2000

Landtag des Freistaates Schwarzburg-Rudolstadt und Gebietsvertretung Rudolstadt. In: Die vergessenen Parlamente – Landtage und Gebietsvertretungen in den Thüringer Staaten und Gebieten 1919 bis 1923, Schriften zur Geschichte des Parlamentarismus in Thüringen Band 19, Hain Verlag Rudolstadt & Jena 2002

Thüringer Hochzeitsbüchlein. Erotische, amüsante und kuriose Geschichten über Liebe, Heirat, Ehefreud’, Verlag Kirchschlager, Arnstadt 2008

Thüringer Mörderinnen. Frauenschicksale zwischen Liebe und Schafott. (zusammen mit Wolfgang Krüger), Verlag Kirchschlager, Arnstadt 2009 (veränderte Neuauflage 2019)

Anton Sommer (1816-1888) als Gymnasiast in Rudolstadt und Student in Jena. In: 350 Jahre Rudolstädter Gymnasium 1664 – 214. Festschrift, Gymnasium Rudolstadt (Hrsg.), Harve-Verlag und Druckerei GmbH, Rudolstadt 2014

Thüringer Mord-Pitaval, (1766 – 1938) – Erschreckliche Mord- und Übeltaten aus alten Thüringer Kriminalakten, Band 1, Verlag Kirchschlager, Arnstadt 2016

Thüringer Mord-Pitaval, (1606 – 1968) – Erschreckliche Mord- und Übeltaten aus alten Thüringer Kriminalakten, Band 2, Verlag Kirchschlager, Arnstadt 2017

Aus „Das Thüringer Anekdotenbuch“

Bockwurst-Egon

Egon kannte man überall in der großen Stadt. Als Archivar eines der größten und traditionsreichsten Werke Thüringens hatte er sich durch zahlreiche Zeitungsartikel und Bücher einen Namen gemacht. Weil ständig in Eile, war ihm nur selten Zeit für ein ruhiges Mittagessen vergönnt. Seit geraumer Zeit kam Egon zupasse, dass sich ganz in der Nähe des Werktores ein Imbisswagen etabliert hatte. Echte Thüringer Bratwüste, Rostbrätchen, aber auch gegrillte Hähnchen und diverse Suppen ließen das Wasser im Munde zusammenfließen und lockten somit zahlreiche Kunden. Eines Tages, Egon verließ wieder einmal mit hastigen Schritten das Werk, kroch der unverkennbare Geruch von Erbsensuppe in die Nase des Archivars.

„Nein“, sagte er sich, „in dreißig Minuten beginnt die Besprechung über eine neue Ausstellung. Ich werde wohl heute dieser köstlichen Suppe widerstehen müssen“.

Als er den Imbissstand passierte, entging ihm nicht, dass dort zufällig nur sehr wenige Hungrige warteten. Egon überlegte und entschied: „Für ’ne Erbsensuppe mit Bockwurst bleibt unter diesen Umständen doch noch genug Zeit.“

Nach wenigen Minuten hielt er die Suppe in der einen Hand, während die andere seine Aktentasche barg. Schnell war auch ein freier Tisch gefunden, auf dem sich der Teller platzieren ließ. Die Aktentasche kam am Tischsockel zu stehen.

Was war aber ein solch köstliches Mahl ohne ein Bierchen?! Flugs lief er nochmals zum Imbissstand und kam bald mit dem Hopfensaft an den Tisch zurück. Doch da …, er traute seinen Augen nicht …, da stand ein wildfremder, riesenhaft wirkender Mann und löffelte seine Suppe! Egon war empört! Sofort dachte er: Wenn der schon meine Suppe schlürft, dann möchte ich wenigstens meine Bockwurst haben! Der Archivar fasste seinen ganzen Mut zusammen, ging an den Tisch, fingerte mit Daumen und Zeigefinger die Wurst aus der dampfenden Erbsensuppe und biß hinein. Dabei schaute er von unten zu dem Fremden hinauf, freilich nicht ohne ein finsteres und grimmiges Gesicht aufgesetzt zu haben. Während nun Egon die Bockwurst aß, löffelte der robuste Mann unter mehrmaligem Brummen und kaum hörbaren Flüchen die Suppe aus und verließ sichtlich verärgert den Tisch.

Auch Egon hatte inzwischen die Bockwurst vertilgt und das Bier ausgetrunken. Als er aber seine Aktentasche aufheben wollte, war sie weg! Welch‘ Schreck! Sofort schoss ihm der Gedanke durch den Kopf: Hat der Mann etwa nicht nur meine Suppe gegessen, sondern auch noch meine Tasche geklaut?! Schon wollte er dem vermeintlichen Dieb nacheilen, da … plötzlich … was ist das? An einem Nachbartisch stand mutterseelenallein ein Teller mit dampfender Erbsensuppe, aus der eine dicke, knackige Bockwurst ragte. Am Tischbein lehnte verlassen seine Aktentasche. Egon merkte, dass er rot anlief, schnappte die Aktentasche und rannte beschämt davon. Appetit auf eine zweite Bockwurst hatte er wohl nun nicht mehr. Den Ort seiner „Schandtat“ soll der Archivar in den nächsten Wochen gemieden haben.

 

Der respektlose Soldat des Herzogs

Der Soldat Putzelmann aus Saalfeld war vor das Jagdschloss eines thüringischen Herzogs als Schildwache gestellt worden. Bei vorkommender Gelegenheit, so schärften ihm seine Vorgesetzten ein, sollte er das Gewehr zu Ehren des namentlich nicht überlieferten Landesvaters präsentieren. Zunächst versah der junge Krieger den Dienst mit der gebotenen Ehrfurcht, die aber mit der Dauer der Wartezeit abzunehmen schien. Um sich die Zeit zu vertreiben, fing der Wachmann an, ein Stückchen Wurst zu essen und verköstigte sich zudem mit kräftigen Zügen aus einer Branntweinflasche.

Plötzlich trat ein Mann in Jagdkleidern aus dem Gebüsch und richtet an ihn die Frage, was er da äße?

„Raten Sie einmal“, erwiderte der Soldat.

„Nun denn“, entgegnete der Jäger, „Rotwurst?“

„Besser!“

„Mettwurst?“

„Besser!“

„Leberwurst?“

„Geraten!“

„Nun rate aber einmal, wer ich bin!“

„Ein Jagdbursche?“

„Besser!“

„Ein Edelmann?“

„Besser!“

„Am Ende der Herzog?“

„Geraten!“ versetzte der Herzog.

„Wenn dem so ist“, fuhr der Soldat fort, „so haben Sie die Güte, mir meine Wurst und meine Schnapsflasche zu halten, denn man hat mir befohlen, das Gewehr vor Ihnen zu präsentieren.“

 

Aus dem Inhalt „Thüringer Mord-Pitaval“, Band 1

Die Schönfärbermorde in Rudolstadt (1766 und 1780)

Der Blutrausch der Deesbacher Mörder im Friedrichsgrund (1805)

Das heilende Blut des Saalfelder Raubmörders (1831)

Der ermordete schwarzburg-rudolstädtische Prinz – ein Kollateralschaden in Dresden (1849)

Die Kinderleiche im Baum bei Apolda (1856)

Der tote Jenaer Professor unter der Kanalbrücke (1861)

Der Oberreichenauer Serienbeilmörder Franz Bernhard Schlörr in Gera und Triebes (1874)

Der Geraer Gatten- und Kindesmörder Johann Hanke (1882)

Der Würger von Steinach (1896)

Mord aus verschmähter Liebe in Hinteruhlmannsdorf (1897)

Der Altenburger Lustmörder Walter Friedemann (1923 - 1924)

Das Doppelmorddrama am Heidehaus bei Sondershausen (1925)

Der Gräfenthaler Weibsteufel (1928)

Der zwei Mal Entleibte – ein Thüringer Indizienprozess (1928)

Der Erfurter Weltfeind (1938)

 

Aus dem Inhalt „Thüringer Mord-Pitaval“, Band 2

Die Wahnsinnsmorde von Eliasbrunn (1606)

Die hübsche Mordbrennerin aus Oettersdorf (1815 – 1819)

Bratfisch – ein Mörder aus Auma als Bußprediger (1818)

Der Möschlitzer Fallknecht und Doppelraubmörder Karl Wilhelm Oertel (1830)

Zum Geburtstag die Todesstrafe für den Raubmörder Müller aus Weißensee (1879)

Der Obersynderstedter Schlafzimmermord – ein Justizirrtum (1885)

Der Großenehricher Beilmord (1888)

Die Gehrener Kindestötung aus sozialer Not (1896)

Der Frauenserienmörder Friedrich Louis Koch (1908), Gastbeitrag von Michael Kirchschlager

Der Zuckerstrickfall in Langenschade – eine thüringische Dorftragödie (1912)

Willi Wenzel - der Sadist und fünffache Mörder von Jena (1917 – 1921)

Berthold Koppe – der Zwabitzer Doppelmörder (1917 – 1930)

Der Schwarzaer Eifersuchtsmord (1921)

Der Taschentuchmord in Ringleben (1924)

Otto Seifert - der Stiefvatermord in Auma (1924)

Die tödliche Umarmung (1933)

Drei Tote – die Irchwitzer Schreckensnacht (1933)

Der Saalfelder Bügeleisenmord (1938)

Maria Naumann – ein Leuchtgasmordversuch in Gera (1948)

Der Schülermord in Unkeroda (1968)