Annette Seemann
Annette Seemann

00425 Weimar

03643 777363
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4. Klasse, 5. Klasse, 6. Klasse, 7. Klasse, 8. Klasse, 9. Klasse, 10. Klasse, 11. Klasse, 12. Klasse

Biografisches

Annette Seemann, geboren 1959 in Frankfurt/Main, studierte Germanistik und Romanistik in Frankfurt und Poitiers (Frankreich) und promovierte 1986 in Frankfurt.

Als freie Mitarbeiterin des FAZ-Magazins war sie bis 2001 und als Buchautorin und Übersetzerin ist sie seit 1999 tätig. Außerdem hat sie nach ihrer Übersiedlung nach Weimar 2002 mehrere pädagogische Projekt für Kinder und Jugendliche angeregt und durchgeführt, darunter insbesondere das 2014 mit dem Thüringer Kulturpreis ausgezeichnete Projekt für Jahrgansstufe 4-7 Weimarer Kinderbibel. Neben zahlreichen kulturgeschichtlichen und biographischen Monographien hat sie zwei Kinder- und Jugendsachbücher verfasst, Das Mädchen im Schloss (2014) und Junge Dame in Weimar (2017). Annette Seemann ist gewähltes Mitglied des deutschen PEN.

Auszeichnungen

Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volks von 1980-1985

Thüringer Kulturpreis 2014 für das Projekt Weimarer Kinderbibel weimarer-kinderbibel.de/startseite.html mit der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V.

Bibliographie

„Junge Dame regiert in Weimar, Lebensgeschichten der Herzogin Anna Amalia“, Bd. 2, Knabe Verlag 2017, gemeinsam mit Brigitte Geyersbach (Ill.).

„Die Saale. Fluss der Grenzen und der Mitte, eine Kulturgeschichte“, Verlag Schnell & Steiner, Regensburg 2017.

Gabriele Reuter: Leben und Werk einer geborenen Schriftstellerin (1859-1941), Weimarer Verlagsgesellschaft in der Verlagshaus Römerweg GmbH 2016.

„Der Garten am Haus“,  (4-bändige Kulturgeschichte des privaten Gartens in Thüringen), Bd.1: Historische Gärten, Bd. 2: Private Gärten, Bd. 3: Private Ziergärten, Bd. 4: Garten und Kunst, VDG 2015.

„Das Mädchen im Schloss, Lebensgeschichten der Herzogin Anna Amalia“, Bd. 1, Knabe Verlag 2014, gemeinsam mit Ulrike Müller und Brigitte Geyersbach (Ill.).

„Der gefesselte Wald“ (Anthologie der Gedichte aus Buchenwald, Übersetzung aus dem Frz. und gemeinsam mit Wulf Kirsten Herausgabe), Wallstein Verlag 2013 (im Auftrag der Mainzer Akademie für Wissenschaft und Literatur).

.„Die bedeutendsten Bauten vom Mittelalter bis zur Gegenwart“ (Bildband), Mitteldeutscher Verlag 2013.

„Weimar: eine Kulturgeschichte“, Verlag C.H.Beck 2012.

„Victor Hugo, Der Rhein“ (Übersetzung und Auswahl aus dem Französischen), Insel Verlag 2010.

Texte zum „Bildband Weimar“ von Harald Wenzel-Orf, rhino-Verlag 2010.

„Die Geschichte des Weimarer Residenzschlosses“Insel Verlag 2009.

„Christophine Reinwald, Schillers Schwester“ (Biographie), Insel-Verlag 2009.

„Die Weimarer Bauhausmeister und die Folgen des Bauhauses“Seemann Verlag 2009.

Mitarbeit am Bauhaus-Lexikon, Seemann Verlag 2009.

"Die Geschichte der Herzogin Anna Amalia Bibliothek“Insel Verlag 2007.

„Anna Amalia -- Herzogin von Weimar“ (Biographie), Insel Verlag 2007.

„Weimar. Ein literarischer Reiseführer“ (Anthologie), WBG Darmstadt 2006.

„Weimar – Die bedeutendsten Bauten“ (Bildband), Fotografien: C. Beyer, Edition Leipzig 2005.

„Weimar – ein Reisebegleiter“, Insel Verlag 2004.

"Sinnlichkeit und Eigensinn: Außergewöhnliche Frauenleben", (Biographische Essays), Rowohlt Verlag 2002.

„Ich habe mich in eine Heilige verwandelt“ Frida Kahlo (Biographie), econ & list Verlag 2002

„Ich bin alles“ Gala Dalì (Biographie)econ & list Verlag 1999.

„Das falsche Kind“, (Roman), Frankfurter Verlagsanstalt 1988.

„Ich bin eine befreite Frau“ Peggy Guggenheim (Biographie), econ & list Verlag 1988.

Themenangebot

Für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 9 / wird individuell angepasst

Thema (Fach) Kunst:

Vortrag: Rationalität, Spiritualität und Wille zur Gemeinschaft. Die Weimarer Bauhausmeister individuell betrachtet.

Vortrag: Von der Fürstlichen Zeichenschule bis zum Bauhaus: Frauen als Künstlerinnen und Kunstgewerblerinnen in Sachsen-Weimar und Eisenach: ein Erfolgsmodell.

Lesung aus dem eigenen Buch über Peggy Guggenheim, Förderin der künstlerischen Moderne.

Lesung aus dem eigenen Buch über Frida Kahlo, mexikanische Künstlerin des Surrealismus.

Vortrag zu Schillers Schwester Christophine Reinwald, begabte Zeichnerin, und ihre weiblichen Netzwerke/ alternativ Lesung aus dem eigenen Buch über Schillers Schwester Christophine.

 

Thema (Fach) Germanistik oder Romanistik (Deutsch / Französisch):

Heimat Frankreich – Wahlheimat Deutschland? Die Grenzgängerin Anne Germaine Louise de Staël.

 In Heines Visier: Die „schöne große cousine“ und die „Großmutter der Doktrinäre. Heine und sein Verhältnis zu George Sand und Madame de Staël.

Kommentierte Lesung (auf Wunsch deutsch und französisch aus der eigenen Nachdichtung aus dem Französischen Der gefesselte Wald (Gedichte, geschrieben von Häftlingen aus dem KZ Buchenwald), ev. mit Diskussion im Anschluss (dies beträfe auch das Thema /Fach Geschichte).

Mehrere Vorträge zu Victor Hugo:

Der Dramatiker

Der Romancier

Der Lyriker

Der Politiker

Der Zeichner

Vorträge

„Das Fräulein von Sternheim“, der erste Bestseller einer Frau in Deutschland, Sophie von La Roche (1730-1807).

„Salonkultur in Weimar: Von der Tafelrunde Anna Amalias über den „Theetisch“ der Johanna Schopenhauer bis zu Elisabeth Förster-Nietzsches Vand-de-Velde-Interieur.

Gabriele Reuter – Bestsellerautorin um 1900 (Einordnung der Autorin zwischen Th. Fontane und Thomas Mann).

Lesung aus dem eigenen Buch "Gabriele Reuter – Leben und Werk einer geborenen Schriftstellerin" (1859-1941). Eignet sich gut zur Erläuterung des Realismus in der Literatur sowie zu Themen wie Frauenemanzipation im 19. Jahrhundert und Nietzsche-Rezeption

Thema (Fach) Geschichte/ Kulturgeschichte:

Schwerpunktlesung aus dem eigenen Buch Weimar – Eine Kulturgeschichte

Schwerpunktlesung aus dem eigenen Buch Die Saale – Fluss der Grenzen und der Mitte

Spezielle Angebote für jüngere Schülerinnen und Schüler  (Klassen 4-7):

Lesung aus "Das Mädchen im Schloss" (Lebensgeschichten der Herzogin Anna Amalia als Kind und Jugendliche).

Lesung aus "Junge Dame regiert in Weimar" (Lebensgeschichten der Herzogin Anna Amalia als junge Erwachsene und Mutter).

Workshop Fabeln:

In diesem Workshop erhalten die jungen Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, nach Anleitung die Merkmale der Gattung Fabel zu bestimmen. Anhand einiger Beispiele werden sie dann angeleitet, Fabelanfänge in eigenkreativer Arbeit zu vollenden.

Leseprobe

Leseprobe 1 (Klassen 4-8)

Kapitel 2:

In welchem Amélie mutig in die neue Heimat aufbricht und erste Eindrücke von Weimar sammelt.

„Das kam schon die Piperin, auch sie in einem grauen Reisemantel mit Pelerine und knickste.: „Die Kutsche, Herzogin, ist vorgefahren.“ Ein ganz normaler Satz, aber er nahm plötzlich eine Bedeutung an, die Amélie fast verzagen ließ: Der Wagen führte sie aus ihrer Heimat weg in ein neues Land, in ein neues Leben, und nur wenig aus dem alten konnte mit in das neue hinübergerettet werden. Wenig an Dingen, viel an Erinnerungen … aber sie war ja jung, sechzehn Jahre alt, und eine wunderbare Zukunft lag sicherlich vor ihr, auf die sie sich freute. Dennoch schluckte sie kurz. Ein Abschied stand bevor. Dass sie die Eltern und die Geschwister bald wiedersehen würde, war sehr zweifelhaft. Dann wiederum dachte sie: Man hat mir so einiges angetan, man hat mich grausam in meiner Kindheit behandelt, bloß wegen dieses kleinen Fehlers meiner Gestalt … sie meinte ihren durch ihre Kleidung fast unkenntlich gemachten kleinen Buckel.

Dann atmete sie tief durch: Jetzt ist das aber vorbei, ich gehe weg von Braunschweig, von Wolfenbüttel, von Salzdahlum. Ich bin verheiratet, ich war eine Herzogin, ich bin eine Herzogin. Und niemand wird mich in Zukunft so schlecht behandeln dürfen, wie es meine Eltern und meine Erzieherinnen taten.“

Aus: „Junge Dame regiert in Weimar. Lebensgeschichten der Herzogin Anna Amalia“ (Bd. 2), Knabe Verlag Weimar 2017

 

Leseprobe 2 (Angebot Klassen 9-12)

Fosty     Der gefesselte Wald

Wenn die Feen flüchten, besetzen die Holzfäller,

Verdammte, die Lichtung, wo sie den Reigen tanzten.

In der Waldestiefe widerhallte die Axt:

Im Herzen des Häftlings böses Omen.

Und sie, einst lachend in ihrem Grün,

Ist allmählich entblößt davon: ausgehobenes Grab.

Die Lichtung weitet sich, Lichtung immer so grün,

Zeigt dem Himmel nur noch die ständig sich öffnende Wunde.

Das Lager entsteht unter Peitschenhieben.

Während die Fichten sich unter der Axt biegen.

Schrecken, endlos, beherrscht die Verdammten.

Kälte, Hunger und Angst fesselt sie.

Wie die Narren in Gott einst zu sterben wussten,

Werden andere Narren von heute Märtyrer.

Einem Fanal gleich, lebendig, die Fahnen erhoben:

Für diesen Ball tun sie alles – leben und sterben.

Aus: „Der gefesselte Wald“: Gedichte aus Buchenwald (Französisch – Deutsch), (hier das Titelgedicht), Göttingen Wallstein Verlag 2013.