Dorothee Herrmann
Dorothee Herrmann

07743 Jena

(0170) 3817042
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dorothee-eva-herrmann.de
1. Klasse, 2. Klasse, 3. Klasse, 4.Klasse, 5. Klasse, 6. Klasse

Biografisches

DoroFee/ Dorothee Eva Herrmann, geboren 1973. Illustratorin, Malerin und Autorin mit dem Schwerpunkt Märchen, Sagen, Mythen, insbesondere Elfen, Engel und Drachen wohnt in ihrer Wahlheimat Jena. Sie arbeitet im „Atelier der Fee“ im Kulturbahnhof Jena. Zu ihren Arbeiten zählen Kinderbuchillustrationen, Geschenkbücher, Grafiken für CD-Cover und Booklets, Zeitschriften/Werbung, Grußkarten, großformatige Malerei auf Wand, Leinwand und Holz, Porträtmalerei, Kinderschminken, Bellypainting, Kurse in Märchenmalerei und kreativer Malerei, Kita-Ausstattung, Lesungen aus Kinderbüchern, Workshops

Seit 2008 bis heute Ausbildung in verschiedenen Meisterkursen bei den Illustratoren Quint Buchholz, Vitali Konstantinov, Reinhard Michl und Annette Bley

Auszeichnungen

Publikumspreis Malerei 1. Platz „Die Liebe trägt den Sieg davon“ Eisenberg Sept. 2015

Gewinnerin des Kurd-Laßwitz-Stipendiums, Gotha, 2010.

"Werte", "Literaturpodium", Lyrik, 1. Preis, 2005.

"Schreibfeder", Prosa, 2005.

Bibliographie

Einzelpublikationen

“Mondfarbe“, Geschenkbuch für Schwangere, Hannover 2014.

"Mondfarbe", Komplettillustration des Buches von Minoo Stein, Hannover, 2013.

„Die Hexe von Hänsel und Gretel- rehabilitiert“ Hannover, 2013

"Lenchen Sonnenschein und das Trennungsgewitter", Buch für Kinder ab 4 Jahre, Verlag Freie Geister, Jena, 2012.

"IGI ARABA - Die Geschichte vom großen Baum", Illustrationen, Buch für Kinder ab 8 Jahre, Monaco, 2011. (übersetzt in 18 Sprachen)

"Julies Reise", Illustrationen, Landbeck-Verlag, 2010.

„Grimm 2006“,Märchenkalender, Märchenkristallverlag Köln, 2005.

 

Hörbücher

Hörbuch „Elfenstunde II“ DocMacDooley, Weimar, 2016.

Hörbuch „Goethe-Ein Wiedersehen, froh und bedenklich…“ ,wolfproduction Weimar, 2013.

Hörbuch „LIEBEsTANZ“, fearless records, Berlin 2005

 

Einzel-und Doppelausstellungen:

Ausstellung „ZwischenWesen“ Museum642 Pößneck April-August 2016

Doppelausstellung mit Katrin Geppert Stadtmuseum Eisenberg, Februar 2016

„ZwischenWesen“- Kunst zwischen Mythologie und Sinnlichkeit im Johannistor in Zusammenarbeit mit Kai-Uwe Krauss und mit JenaKultur, August 2013

„Märchenillustrationen“  Korschenbroich im Rahmen des Literaturfestivals Mai 2008

„Klaplu“, Illustrationen zu Kompositionssammlung, Ausstellung Wangen, 2007

Themenangebot

Das Kinderbuch "Lenchen Sonnenschein und das Trennungsgewitter" spielt in Jena und eignet sich hervorragend, das schwierige Thema Scheidung in der Gruppe zu behandeln. Geeignet für Kinder ab 5 Jahren, Kindergarten- und Grundschulgruppen. Mit Malaktion.

"Igi Araba, der Traum vom großen Baum" wurde in 18 Sprachen übersetzt und vom Autor zum Weiterschreiben im Rahmen eines weltweiten Wettbewerbes konzipiert. Nach der Lesung durch die Illustratorin können die Kinder selbst die Geschichte weiterschreiben und -illustrieren. Dabei werden die Vorstellungs- und Ausdruckskraft sowie die Kreativität gefördert und Wissen zu Textarbeit und zum Illustrieren vermittelt. Geeignet für Kinder ab 8 Jahren.

Kurzer Workshop: "Was macht eigentlich eine Illustratorin?"

Illustrieren kommt vom lateinischen  "illustrare" und bedeutet "Beleuchten". Erhellende Einblicke in die Arbeit einer Kinderbuchillustratorin, die den Text auf besondere Weise beleuchtet, natürlich nicht ohne dass die Kinder den Pinsel selbst schwingen dürfen. Geeignet für Kinder von 6 bis 12 Jahren.

Der Workshop „Was macht eigentlich eine Illustratorin?“ kann auch thematisch gebucht werden. Entweder das allgemeine Thema „Märchen und Sagen“ oder Thema „Drachen“ oder „Einhörner“. Anderes gern auf Anfrage.

Workshop Buchgestaltung

Ich biete einen Wochenworkshop Buchgestaltung für Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 15 Jahren. Wir erstellen zusammen ein Buch zu einem gemeinsam gewählten Thema. Dabei verfassen wir Texte, die ich mit Methoden des kreativen Schreibens auch aus verschlosseneren Kids herauslocken kann. Als Autorin  begleite ich diesen Prozess und inspiriere zu phantasievollen Sätzen unter Berücksichtigung des Spannungsaufbaus und nicht zuletzt der Orthografie. Die Illustrationen, die erstellt werden, begleite ich in meiner Funktion als Illustratorin mit meinem Können und inspiriere zu ungewöhnlichen Sicht- und Malweisen. Schließlich werden Bild und Text dann digital in Photoshop zusammen gefügt. Nun kann das Buch gedruckt werden. Stolze Kinder sind nach diesem Workshop garantiert!

Dieser Workshop eignet sich auch sehr gut für Flüchtlingskinder, die schon etwas deutsch sprechen.

Leseprobe

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Luca und der Engel aus der Hosentasche

1. Kapitel

Schokolade und Engel

„Mama, sehen Engel so aus?“ 

Luca stand mit großen Augen vor der Cioccolateria in der kleinen Gasse im Zentrum von Venedig. Er deutete auf zwei dicke Engel, die im Schaufenster hockten und gelangweilt in den Himmel guckten. Signora Rigoletto, Lucas Mama, lächelte ihr Operndivalächeln. 

„Vielleicht.“

„Haben die zu viele Pralinen gegessen?“, fragte Luca. 

„Gut möglich“, antwortete Signora Rigoletto und zog ihren Sohn über die Schwelle des herrlich duftenden Lädchens. 

„Was nehmen wir Großmutter Ermenegilda zu Weihnachten mit?“, fragte sie in das melodische Klingeln des Türmelders hinein. 

In dem kleinen, von Kerzen beleuchteten Raum bekam Luca noch größere Augen. In seinem Mund lief augenblicklich das Wasser zusammen. Kein Wunder bei all den duftenden Köstlichkeiten, die sich hier stapelten: Schokolade, Toffees, Marzipan, Nugat und Fondant und alle anderen Süßigkeiten, die sich ein Kind nur vorzustellen vermag. Dunkelbraune und milchighelle und zuckergussbunte Köstlichkeiten! 

Lucas Blick verschlang all die Lutscher, Pralinen, Schokoladenfiguren und Bonbons, die sich hier türmten. Schwerer Kakao- und leichter Vanilleduft und Erdbeeraroma umschmeichelten Lucas Stupsnase. Seine Augen, selbst so groß wie zwei Riesentoffees, hingen an Weihnachtsmännern aus Schokolade mit Säcken voller bunter Karamellpralinees auf Zuckerwatteschnee. 

„Weißt du, was ich mal werden will?“, fragte Luca leise und zupfte seine Mama am Arm. 

„Verkäufer in einem Schokoladengeschäft?“, sagte da die dicke Verkäuferin und lachte gleich darauf laut. 

„Kindchen, guck nicht so erstaunt!“, sagte sie freundlich. „Weißt du, das wollen alle Kinder, die hier herein kommen.“ 

Luca atmete erleichtert auf. Er dachte schon, die Frau hätte Ohren wie ein Luchs oder könnte Gedanken lesen wie eine Hexe. Ein bisschen sah sie ja aus wie letzteres! Mit ihrem roten zotteligen Haar, den grünen Katzenaugen und ihrem Rührstab, den sie herumschwenkte, als würde sie die Süßigkeiten nicht herstellen sondern vielmehr herbeizaubern. Auf dem Schildchen auf ihrer weißen Schürze stand  „Es bedient Sie: Candida Fionnuala Noita. Hm, grübelte Luca, bedeutete Noita nicht tatsächlich Hexe?

Aber gleich waren Lucas Gedanken wieder woanders. Er fragte sich nämlich, wie er seine Chancen erhöhen könnte, später einmal wirklich in einem solchen Laden arbeiten zu können. Denn: Wie viele Schokoladengeschäfte gibt es in einer Stadt wie Venedig und wie viele Kinder? 

Luca wusste es nicht. Denn er und seine Mama, die Opernsängerin Frau Annabella Rigoletto, waren gerade erst nach Venedig gezogen. Frau Rigoletto war hier geboren worden, doch sie hatte in Berlin bei ihrem Mann gelebt. Nun war sie geschieden und hatte in ihrer alten Heimatstadt ein Engagement bekommen. Das bedeutete, sie durfte an der berühmten Oper „La Fenice“ Abend für Abend vor Publikum singen. Mit der Oper von Venedig hatte es allerdings so seine besondere Bewandtnis. 

Lucas schlenderte weiter durch den wundervollen Laden. Plötzlich wurde der Junge aus mehreren großen Katzenaugen angestarrt. Er blieb stehen. Auf einer silbernen Platte lagen große Schokoladentaler. Darauf eingeprägt waren Löwenköpfe.  Und die Löwen hatten Flügel. 

„Das sind „Moeca di San Marco“, sagte Candida „Schokoladenplätzchen mit dem Markuslöwen, dem Wahrzeichen von Venedig.“

Während Signora Rigoletto zwei riesige Pralinenkästen bezahlte, die sie ausgewählt hatte, bekam Luca von der Verkäuferin eine Kostprobe. Cremige Milchschokolade mit Mandeln und Zimt, hm!  Die Praline schmolz in Lucas Mund wie Butter beim Sommerpicknick. Er wischte sich den Mund und leckte sich die Finger. 

„Sehen Engel so aus?“, fragte Luca noch einmal, diesmal die Verkäuferin Candida, während Mama den Laden schon verließ.

„No, Luca,“ sagte sie mit veränderter, leiser Stimme, und ihre grünen Augen funkelten. Luca hätte schwören können, er habe für einen Moment einen Raben in ihrem linken Auge flattern sehen. 

„Höre“, sagte die Frau noch leiser, „Engel sehen so aus, wie der in deiner Hosentasche.“ 

Luca griff sich sofort an die Tasche, zunächst von außen, aber sie schien vollkommen leer. Dann von innen, und sie war vollkommen leer. Nicht mal ein alter, wieder eingewickelter Kaugummi war heute darin, keine Murmeln, Sticker oder Bonbonpapier, gar nichts. 

Luca blickte fragend zu Candida auf, doch die hatte ihn bereits aus dem Laden geschoben und die Tür geschlossen. „chiuso “ stand auf dem buntbemalten Emailleschild, das vor Lucas Nase baumelte. „Geschlossen“. 

Luca hörte ein Krächzen und blickte auf. Er sah einen Raben, der auf dem goldenen Ladenschild gesessen hatte und nun mit rauschenden Flügeln davonflog. 

 

Das Mädchen aus dem Pfennigsee

Der See lag still. Seine Oberfläche war glatt wie ein Spiegel. Nur ein paar Wasserläufer ließen kleine Ringe auf dem Wasser entstehen. Ein Frosch sprang bei Lilli Auftauchen erschrocken vom Seerosenblatt. Lilli glaubte, ein „Ach du grüne Neune!“ gehört zu haben, doch sie meinte, sie müsse sich wohl getäuscht haben. Denn seit wann können Frösche reden? Es sah hier zwar aus wie im Märchen, aber es war doch keins!

Lilli suchte eine Stelle, an der sie durch die Binsen bis ans Ufer treten konnte. Dort hockte sie sich hin und nahm ihren Cent fest in ihre Faust. Sie schloss die Augen und wünschte sich, dass alles, alles wieder gut wäre. Dann warf sie den Cent in den See. Plopp! Das Wasser verschlang das Geldstück. Kleine Kreise breiteten sich darum aus.

Lilli wartete. Sie blinzelte. War es das? Hatte es funktioniert? Sie fühlte sich schon ein kleines bisschen besser. Der Ärger in der Schule war aber noch nicht ganz vergessen. Morgen könnte das Problem von neuem beginnen. Und wie sollte sie mit Uromas Tod fertig werden? Papa hatte gesagt, die Toten kann man nicht wieder aufwecken. Sollte sie ihre liebe Uromi wirklich nie wiedersehen? Nie wieder ihre vielen kleinen bunten Thüringer Kuchen essen? Nie wieder ihre Geschichten hören?

Als nichts geschah, außer dass die Ringe auf der Wasseroberfläche verschwunden waren, beugte Lilli sich enttäuscht über das Wasser.

„Mist, das funktioniert wohl nicht“, seufzte sie.

Doch da erschien plötzlich in ihrem eigenen Spiegelbild ein Lächeln. Und das, obwohl Lilli gar nicht lächelte!

Da zog sich das Näschen kraus. Und das, obwohl Lilli das nicht tat. Da nickte der Kopf. Und das, obwohl Lilli den Kopf schüttelte. Sie fuhr erschrocken zurück.

„Cool bleiben“, murmelte Lilli sich selbst zu.

„Cool bleiben, was ist das denn?“, fragte da eine Mädchenstimme.

Lilli schaute sich erschrocken um, dass ihre dunklen Haare flogen.

„Wer ist da?“ fragte sie atemlos.

„Was meinst du denn?“, sagte die Stimme. „Du hast mir doch dieses Geldstück gegeben und mich um Hilfe gebeten.“

„Dich?“ fragte Lilli. „Du klingst wie ein Mädchen. Ich dachte, es wohne ein mächtiger Zauberer im See oder so“.

Die Stimme lachte. „Ein mächtiger Zauberer? Das ist wohl ein Märchen. Ich bin das Mädchen vom Pfennigsee. Man nannte mich Hanna. Und wie nennt man dich?“

„Lilli. Ich bin neu in der Gegend. Wir sind erst zugezogen.“

„Und deshalb hast du Kummer?“, fragte Hanna.

„Ja“, gab Lilli zu. „Aber, sag mal, Hanna, auch wenn du kein Zauberer bist, kannst du trotzdem Wünsche erfüllen?“

„ Oh, jeder kann das“, sagte Hanna leichthin. „Und ich habe außerdem das Heilen gelernt. Deshalb kommen die Menschen gemeinhin zum Pfennigsee. Sie werfen einen Pfennig hinein, und ich heile sie.“

„Pfennige gibt es gar nicht mehr“, sagte Lilli wichtigtuerisch.

„Egal“, sagte die Stimme des Mädchens aus dem See leichthin. „Ich brauche ja das Geld nicht wirklich? Oder meinst du, ich könne einfach zum Markt spazieren?“

„Supermarkt“, korrigierte Lilli. Das Mädchen aus dem Pfennigsee machte große Augen.

„Heilen?“ fragte Lilli.“ Bis du so was wie eine Ärztin oder was?“

„Ich heile mit Hilfe von Kräutern, Knollen und Heilpflanzen“, erklärte Hanna.

„Kräuter?“ wunderte sich Lilli. „Ich kenne nur Petersilie, die esse ich gern. Und von den Knollen Zwiebeln und Knoblauch, aber den mag ich nicht. Aber meine Eltern machen den überall dran und sagen, er sei gesund.“ Lilli verzog das Gesicht.

Das Mädchen im See lachte wieder. „Da haben deine Eltern recht“, sagte sie.

„Gibt es auch ein Kraut, das meiner Uroma helfen kann?“

„Was hat sie denn?“

„Sie hat …, sie ist …, naja, sie ist… gestorben“, antwortete Lilli.

„Dagegen gibt es keine Medizin, Lilli“, sagte Hanna. „Ich werde dir aber einen Trank gegen den Kummer machen. Komm in einer Woche wieder.“

Lilli nickte, schnappte ihre Schultasche und drehte sich um. Als sie noch einmal zurückblickte, winkte ihr eine Hand, die mitten aus dem See ragte.

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Feedback

17. November 2017, Lesung "Luca und der Engel aus der Hosentasche", Grundschule "Am Schötener Grund" Apolda
Gelungene Autorenlesung, die alle Kinder ansprach: "Die Geschichte hat mir gut gefallen." "Es hat Spaß gemacht, zuzuhören." "Er war gut, dass man Wörter in einer anderen Sprache lernen konnte." "Es war ganz leise, alle haben gut zugehört." "Ein Engel in einer Hosentasche - eine tolle Idee!" "Lustig, dass die Engel angeblich zu viel Süßes gegessen haben und deswegen so dick sind." "Ich muss mal nach Venedig, um mir so eine Gondel anzusehen." "Blindenschrift habe ich mal geübt, das ist sehr schwer."