Interview mit einer Stadt - Kahla

Modul III- 2021 in Kahla

Titel: Interview mit einer Stadt - Eine literarische Stadtentdeckung: Kahla

Bündnispartner: Altstadtschule (Grundschule) Kahla, FBK Thüringen e.V., Stadtbücherei Kahla

Alter der Teilnehmer*innen: Grundschulkinder Klassenstufe 4

Autorenpate: Sieglinde Mörtel

 

Vorstellung der Autorin und Werkstattleiterin: Sieglinde Mörtel

Die Autorin ist 1960 geboren und aufgewachsen in Hummelshain. Von 1986 - 1996 als Redakteurin und Redaktionsleiterin Betriebs-, Wochen-, Tageszeitung, Illustrierte tätig. Seit 1996 freiberufliche Autorin. Schreibt überwiegend Geschichten aus Mitteldeutschland, 20. Jahrhundert. Sieglinde Mörtel ist Mutter von zwei Kindern und hat drei Enkel. Im Jahr 2007 erhielt sie ein Literaturstipendium des Thüringer Kultusministeriums zur Förderung der Geschichtenreihe "Erzähl mal von früher – Geschichten, die in keiner Chronik stehen". Die Autorin ist Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller, im Verein für Thüringer Volkskunde e.V. und im Journalistenverband.


Projekt:

  • 1. Öffentliche Lesung, 18.06.2021
  • 21.06.2021 Motivsuche im Ort, fotografieren, Bildbearbeitung
  • 22.06.2021 – 1. Schreibwerkstatt
  • 23.06.2021 - 2. Schreibwerkstatt
  • 24.06.2021 – 3. Schreibwerkstatt
  • 25.06.2021 - Tonaufnahmen, Bearbeitung, QR-Code erstellen
  • zweite Lesung am 23.07.2021 anlässlich Ausstellungseröffnung

 

Zielgruppe: Grundschulkinder der Klassenstufe 4

Kahla ist eine Kleinstadt im mittleren Saaletal, südlich von Jena, die Porzellanstadt am Fuße der Leuchtenburg. Kahla war und ist ein bedeutender Industrie- und Wirtschaftsstandort. Das wohl bekannteste Unternehmen ist KAHLA/Thüringen Porzellan. Seit 1994 verzeichnet die Kleinstadt einen stetigen Einwohnerschwund. Waren es 1994 noch 8.310 Einwohner, lebten 2019 nur noch 6.795 Einwohner in Kahla.
Nachdem die Neonazi-Szene aus dem nahen Jena weitgehend verdrängt wurde, entwickelte sich Kahla zum Schwerpunkt rechtsextremistischer und neonazistischer Betätigung in Thüringen. Neonazis besitzen mehrere Immobilien in der Stadt. Laut der Koordinierungs- und Kontaktstelle für das Programm gegen Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus, Antisemitismus und Intoleranz in Jena hätten Neonazis in Kahla die „kulturelle Hegemonie“ errungen. (Stand 2018/2019).

Auch dies ist ein wichtiger Grund schon frühzeitig mit Kindern in Projekten, ohne Ausgrenzungen von lernschwachen und Kindern mit Migrationshintergrund, zu arbeiten. Das geplante Projekt beinhaltet gemeinsame Entdeckungen, Erlebnisse und die Auseinandersetzung mit dem Begriffen Heimat, Kultur, Vergangenheit und kann somit zum Demokratieverständnis der Kinder aktiv beitragen.

Wir haben alle Schüler*innen der 4. Klasse zur Teilnahme an dem Projekt eingeladen. Hierbei wird jedoch Wert daraufgelegt, dass den Schüler*innen die Teilnahme freigestellt ist. Daher kann zum Zeitpunkt der Antragstellung keine detaillierte Angabe zu der Teilnehmerzahl gemacht werden. Mit dem Projekt soll Kindern die Möglichkeit geboten werden sich mit Begriffen wie Heimat, Geschichte in Bild, Sprache, Ton und dem Schreiben auseinanderzusetzen. So können Kinder ihre Talente und Fähigkeiten erproben. Die Projektergebnisse (Ausstellung) soll für die Kinder ein kulturelles, nachhaltiges Erlebnis werden. Der demografische Wandel ist gerade in Orten wie Kahla erkennbar. Mit der öffentlichen Lesung (u.a. auch in Mundart) möchten wir den Austausch zwischen Erwachsenen und Kindern z.B. über ihre Lieblingsorte in der Kleinstadt fördern.

Mit einer Lesung der Autorin Sieglinde Mörtel wird das Projekt am 18.06.2021 in der Bibliothek eröffnet. Hier haben die Zuhörer und die Teilnehmer*innen die Möglichkeit die Arbeit der Autorin Sieglinde Mörtel kennenzulernen. Im Anschluss an die Lesung können mit den Interessenten erste Vorhaben und Abläufe für die Projekttage besprochen werden.  An dem Projekt können max. 16 Kinder teilnehmen. Die TN werden gemeinsam mit der Autorin Kahla erkunden. Jeder TN zeigt seinen Lieblingsplatz/Sehenswürdigkeiten der in einer Fotografie festgehalten wird.

In den folgenden Werkstatttagen arbeiten die Kinder und Jugendlichen mit der Autorin in Werkstätten. Durch einen Perspektivwechsel nehmen die TN die Sichtweise dessen ein, was die von ihnen ausgewählten Bilder abbilden: Bäume, Flüsse, Häuser usw. und schreiben aus dieser Perspektive. Die Autorin wird die TN in verschiedenen Schreibübungen an die ungewohnte Beschreibungsweise heranführen. Die in den Werkstätten entstanden Texte werden von den TN auf gesprochen.

Die Ergebnisse werden in einer Ausstellung (voraussichtlich Mitte Juli im Rahmen einer öffentlichen Lesung in der Bibliothek (Corona-bedingt im Freien) präsentiert.

Für die Ausstellung werden die Bilder auf A2 Aluverbundplatten gedruckt, der Text (ggf. Textauszug) wird neben dem jeweiligen Bild angebracht. Die Tonaufnahmen sind durch auf den Bildern angebrachte QR –Codes zu hören. Damit haben die Besucher der Ausstellung die Möglichkeit die Texte der TN über ihr Smartphone zu hören. Anschließend wird die Ausstellung in der Grundschule zu sehen sein. Danach sollen die Exponate weiter in Kahla genutzt werden. Vorstellbar ist die Bilder und die dazu gehörigen Texte (mit QR-Code) an unterschiedlichen Orten zu präsentieren und die Betrachter auf weitere Orte hinzuweisen (Stadtrally).