Friedrichs Testament / kooperatives Schreiben - Rudolstadt

Bündnispartner:

  • Soziokulturelles Zentrum Saalgärten, Rudolstadt
  • Schillerhaus, Rudolstadt
  • FBK für Thüringen e.V.

Autorenpate: Stefan Petermann, Yvonne Andrä

Zeitraum: 01.04.2019- 30.11.2019 (letzte Werkstatt)

Geplante Teilnehmerzahl: 6 Teilnehmer*innen

Format: Modul 2 (halbjährig)


Vorstellung der Bündnispartner:

FBK für Thüringen e.V.

Der Friedrich-Bödecker-Kreis in Thüringen e. V. wurde 1990 in Erfurt gegründet. Der Verein strebt eine enge Zusammenarbeit mit Schulen, Bibliotheken und außerschulischen Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit an. Der Verein unterstützt die Lese- und Schreibförderung und vermittelt Begegnungen von Kindern und Jugendlichen mit Schriftstellern*innen, Illustratoren, Märchenerzählern*innen, Puppenspielern*innen und Poetry Slammern*innen. Der Friedrich-Bödecker-Kreis für Thüringen e.V. hat 136 Mitglieder. Jährlich organisiert der FBK für Thüringen e.V. ca. 300-350 Veranstaltungen in ganz Thüringen.

 

Vorstellung des/r Autor*innen:

Stefan Petermann

wuchs in Werdau auf. Er studierte an der Bauhaus Universität Weimar. 2009 erschien sein Debütroman „Der Schlaf und das Flüstern“. 2015 war er Stadtschreiber im oberösterreichischen Wels. Für „Jenseits der Perlenkette“ hat er zusammen mit Yvonne Andrä die kleinsten Dörfer Thüringens besucht und beschrieben. Er lebt in Weimar.

 

Yvonne Andrä

wuchs in Weimar auf. Nach Beendigung ihres Studiums arbeitete sie zunächst als Journalistin, später als Autorin, Dokumentarfilmregisseurin und Produzentin. Neben der Filmarbeit schreibt und fotografiert sie für eigene künstlerische Projekte. Sie lebt in Weimar.

 

Ablauf:

Sechs junge Autorinnen treffen sich in Rudolstadt. Eigentlich wollen sie zusammen in ein Haus ziehen – mit einer ausgedachten Figur. Gemeinsam sollen diese Figuren leben und wohnen, sie sollen sich lieben und streiten, Fragen stellen und Antworten finden. Ein halbes Jahr eine große WG und dazu viele Texte.

Doch es kommt anders. Die Autorinnen beschließen: Die Figuren sollen eine Familie werden – und diese Familie hat geerbt. Denn ihr Vater / Bruder / Opa / Schwiegervater / Geliebter Friedrich ist gestorben. Und hat in seinem Testament verfügt, dass alle möglichen Erben in seine Villa ziehen sollen. Keine/r freut sich so richtig darüber, denn natürlich gibt es in dieser Familie Geheimnisse, die aus guten Gründen lange im Vorborgenen lagen. Doch irgendwie müssen alle miteinander klarkommen, ansonsten gibt es am Ende kein Geld. Dabei ist das wirkliche Vermächtnis etwas ganz anderes…

Schreiben ist eine einsame Angelegenheit. Das sollte dieser Workshop ändern. Deshalb war  die Idee, gemeinsam an einer Geschichte zu schreiben. Schnell aber entwickelten die Autorinnen die Geschichte weiter: eben die von der Villa, dem Erbe und der Familie. Dienten die ersten Workshops noch dazu, eigene Figuren zu entwickeln und ihnen eine Sprache zu geben, wurden diese Figuren bald in die Geschichte geworfen. Jeder Charakter entwickelte ein Eigenleben und fügte sich doch in die Handlung ein. Über den Fortlauf der Geschichte wurde gemeinschaftlich und sehr leidenschaftlich diskutiert und debattiert. Denn die besten Ideen entstanden oft im Gespräch miteinander. Kleinere und größere Kapitel entstanden so während der Workshopzeit (oder auch danach). Texte wurden der Gruppe vorgelesen, auch darüber wurde gesprochen, Tipps wurden gegeben, die Autorinnen unterstützten sich. Figuren agierten in unterschiedlichen Konstellationen miteinander, auch gegeneinander. Und das dramatische, aufwühlende, herzzerreißende Ende schildert jeder Charakter aus seiner Sicht. Doch erst im Zusammenspiel ergibt sich das ganze Bild.

Begleitet wurden die intensiven Schreibstunden in den Rudolstädter Saalgärten und dem Schillerhaus von einem Ausflug nach Weimar, dem Besuch eines Schauspielers, der mit den Autorinnen über Bühnenpräsenz sprach und Sprachunterricht gab, einem Kinobesuch mit anschließendem Regisseur-Gespräch, zwei Lesungen der beiden Autorenpaten und einer fulminanten Abschlusslesung, auf der „Friedrichs Testament“ von den Autorinnen selbst geöffnet und vorgetragen wurde.