Lieblingsorte - Sonneberg

Bündnispartner:

  • ISA Heilpädagogische Wohngruppe Sonneberg, Bismackstraße 33
  • FBK Thüringen e.V.
  • Stadtbücherei Sonneberg, Bahnhofsplatz 1


Zeitraum:

  • 20. Mai bis 29. Mai 2019
  • Präsentation am 07.06.2019 Heilpädagogische Wohngruppe Sonneberg


Vorstellung der Bündnispartner:

1.   Stadtbibliothek Sonneberg

Die Stadtbibliothek Sonneberg ist eine öffentliche Einrichtung der Stadt Sonneberg. Sie steht allen Bürgern der Stadt Sonneberg sowie allen Interessierten offen.

Auf zwei Etagen und 540 Quadratmetern bietet sie Platz für rund 50.000 verschiedenartige Medien.

Als wichtiges Kulturzentrum der Region organisiert sie das ganze Jahr über vielfältige Veranstaltungen, wie z.B. Autorenlesungen, multimediale Vorträge, Ausstellungen, Theaterstücke, Vorlesestunden, Kabarettstücke.

Zu den jährlich wiederkehrenden Höhepunkten gehören die Sonneberger Märchentage, die Ausrichtung des Bundesweiten Vorlesewettbewerbes der sechsten Klassen auf Kreisebene und die Teilnahme an überregionalen Leseförderprojekten für Kindergartenkinder und Schüler.

2. Heilpädagogische Wohngruppe des ISA Kompass

Das „Haus für Kinder“ wird auf zwei Etagen von der Heilpädagogischen Wohngruppe belebt. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe des Sonneberger Stadtzentrums. Kindertagesstätten als auch alle Beschulungsmöglichkeiten sind von hier aus sehr gut erreichbar. Die Wohngruppe wurde nach dem Würzburger Modell unter heilpädagogischen Gesichtspunkten um- und ausgebaut.

Die Mitarbeiter*innen und die Kinder/Jugendlichen leben in einer familienähnlichen Atmosphäre zusammen, in der jeder in seiner Alltagsbewältigung unterstützt und gefördert wird. Ziel der Arbeit ist es, die anvertrauten Kinder und Jugendlichen so anzunehmen, wie sie sich darstellen, sie zu fördern und zu fordern sowie ihnen ein geschütztes Lebensumfeld mit Harmonie, individueller Zuneigung und Wertschätzung, aber auch notwendiger Grenzsetzung für eine gesunde Entwicklung zu bieten.

Alles, was für die Entwicklung und das Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen wichtig ist, hat Priorität. Sie werden so angenommen, wie sie sind – mit ihrer persönlichen Geschichte, ihren Begabungen und ihren Schwierigkeiten.

Als freie Träger der Jugendhilfe schafft das Kinderheim Lebensräume für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und junge Familien – Räume für Entwicklung und Entfaltung, Räume voll Wärme und Geborgenheit.

 

Vorstellung des/r Autor*innen:

Iris Fleischhauer ist Lehrerin, veröffentlicht seit 2016 Bücher und schreibt Kolumnen.

 

Zielgruppe:

Die acht Kinder im Alter von acht bis sechzehn Jahren leben in dieser Wohngruppe zusammen, weil es für sie aus verschiedenen Gründen keine Möglichkeit gibt, in ihren Ursprungsfamilien zu sein.

Obgleich die Kinder alle Liebe, Aufmerksamkeit und Unterstützung bekommen, die sie in einer solchen Einrichtung erhalten können, kann man ihnen nicht so individuell begegnen, wie das in einer Familie möglich ist. Als Autorin möchte ich den Kindern meine ganze Aufmerksamkeit schenken.

Indem ich ihnen unvoreingenommen begegne, ihre Beziehung zum Buch, zum Schreiben respektiere, schaffe ich das für das Projekt nötige Vertrauensverhältnis und die Voraussetzung dafür, dass jedes Kind an seinen individuellen Fähigkeiten anknüpfen und ich auf diesen aufbauen und diese weiterentwickeln kann.

 

Thema: Lieblingsort

Ein Lieblingsort ist ein Platz, an dem sich ein Mensch wohl und geborgen fühlt, an dem er ganz er selbst sein kann. Es ist ein Ort, der eine bestimmte Faszination ausübt, an den man sich hingezogen fühlt, den man aufsucht, wenn man traurig ist, wenn man mit sich alleine sein möchte.

Oft fühlt sich der Mensch an dem Ort am wohlsten, an dem er geboren wurde, an dem die Eltern leben, an dem die Freunde sind. Die Unbekümmertheit, die Leichtigkeit der Kindheit verbinden viele mit Geborgenheit, mit dem Lieblingsort. Was aber, wenn diese Wurzeln durchtrennt wurden, wenn es diesen geschützten Ort der Kindheit nicht mehr gibt?

Lieblingsorte können auch bestimmte Gebäude sein, mit denen einen eine geheime Kraft verbindet, oder der Trubel der Großstadt, aber auch die Waldeinsamkeit. Vielleicht gibt es diesen Platz auch nur im Traum ..,

Kinder haben noch eine ganz andere Verbundenheit mit der Umwelt. Alles prallt direkter, ungefilterter auf sie ein: Die Sorgen in der Schule mit den Mitschülern, mit den Lehrern, mit den Leistungsanforderungen; Angst vor der Zukunft. Vielleicht auch Liebeskummer oder der Verlust eines geliebten Menschen. Einen Lieblingsort zu haben, kann Halt geben, Sicherheit und Vertrauen in das Leben.

Die Kinder finden ihren Lieblingsplatz in Sonneberg, an dem/ über den sie Texte verschiedener Art schreiben und Zeichnungen/ Bilder anfertigen.

 

Ablauf:

Am Anfang steht eine Lesung in der Stadtbibliothek in Sonneberg, bei der die Autorin Iris Fleischhauer Texte zum Thema: „Lieblingsorte“ liest. Die Kinder haben in einer angenehmen Atmosphäre die Möglichkeit, sich gegenseitig und dem Ort zu nähern. Abschließend setzen sie ich erstmals schriftlich und zwanglos (in Form eines Mindmap/ Brainstorming) mit dem Begriff „Lieblingsort“ auseinander.

Nach dem gemeinsamen Kennenlernen begeben sich die Kinder an den folgenden Tagen mit der Autorin und einem Künstler auf eine Erkundungstour durch die Stadt, um einen Ort zu finden, mit dem sich das entsprechende Kind identifizieren kann.

Ein Ziel wird die Werkstatt des Holzschnitzers Gustav Luthard sein.

Dort soll eine Stimmung geschaffen werden, in der Texte und Zeichnungen entstehen können.

Nach den Ausflügen und dem Finden des Lieblingsortes gibt es eine individuelle Arbeitsphase, in der an den Texten/ an den Zeichnungen gearbeitet wird. Die Autorin wird helfend, begleitend zur Seite stehen. In dem Workshop werden die Kinder mit dem Mittel der Betrachtung ihre Umgebung erkunden und mit dem Mittel des Wortes und des Zeichnens die Umgebung und ihr Innenleben zu Texten verarbeiten.

Methoden und Sozialformen werden entsprechend des Arbeitsprozesses gewählt, diese werden bei jedem Kind anders sein. Individualität ist das Wesentliche!

Am Ende des achttägigen Workshops stellen die Kinder ihre Arbeiten sich gegenseitig und der Öffentlichkeit bei einem Sommerfest im Garten des Kinderheimes vor. Dazu wird die Presse anwesend sein und ihrerseits darüber berichten.

Die entstandenen Arbeiten werden dann in einer Ausstellungen in der Stadtbibliothek in Sonneberg zu sehen sein.

 

Lernziele:

Durch Einzelarbeit in einer Atmosphäre, in der die Kinder sich wohl und möglichst frei fühlen, sollen sie empfinden, wie stärkend der Umgang mit Büchern, das Verfassen eigener Texte und eigenes Gestalten sind.

Indem sie in die Auseinandersetzung mit einem Ort und sich selbst kommen, stärken sie ihr Selbstbewusstsein. Auch bauen sie gute Beziehungen zu der Stadt auf, in der zu leben sie „gezwungen“ sind. Sie erfahren gesellschaftliches Miteinander und bringen sich auf ihre Art in die Gesellschaft ein. Indem sie einen Menschen für eine kurze Zeit an ihrer Seite haben, stärkt das ihr Vertrauen in das Leben. Sie erkennen, dass eigenes Gestalten, Schreiben als auch Malen/ Zeichnen eine Lebenshilfe sein können.

Der abschließende Austausch in der Gruppe, die Präsentation der eigenen künstlerischer Produkte soll ebenfalls ihre Persönlichkeit stärken und die Kinder auf das Leben in der Gesellschaft vorbereiten.

Die Herausforderung besteht darin, die Kinder in den kreativen Prozess zu führen, sie jedoch nicht zu tief mit sich selbst zu konfrontieren, weil Traumata vorliegen.