Wörterwelten. Autorenpatenschaften II – Literatur lesen und schreiben mit Autor*innen

Eine Initiative des Bundesverbandes der Friedrich-Bödecker Kreise e.V. (FBK)

Lokale Bündnispartner: FBK für Thüringen e.V., Wendepunkt e.V. und die Stadtbibliothek Neustadt an der Orla

 


 

Heimatwelten

Die Auseinandersetzung von Zugewanderten mit der deutschen Kultur und deutschen Gewohnheiten ist oft nicht einfach. Das Leben in Herkunftsländern wie Syrien, Iran, Irak oder Afghanistan unterscheidet sich in vielen Bereichen grundlegend.

Basierend auf diesem Unterschied ist gerade die aktuelle Lebenswirklichkeit in Deutschland interessant und soll Thema des Jahresprojektes „Heimatwelten“ sein. Hierbei sollen sich die jugendlichen Teilnehmer mit den kulturellen Unterschieden auseinandersetzen: Sie lernen die deutschen Lebensgewohnheiten in der Schule oder Vereinen oder mit Freunden kennen, haben jedoch oft durch die Eltern auch Kontakt zu den Gewohnheiten ihrer Herkunftsländer. Daher ist es für das Projekt interessant, die Ankunft, das derzeitige Leben und auch die Zukunft in Deutschland zu thematisieren.

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Lieblingsorte

Ein Lieblingsort ist ein Platz, an dem sich ein Mensch wohl und geborgen fühlt, an dem er ganz er selbst sein kann. Es ist ein Ort, der eine bestimmte Faszination ausübt, an den man sich hingezogen fühlt, den man aufsucht, wenn man traurig ist, wenn man mit sich alleine sein möchte.

Oft fühlt sich der Mensch an dem Ort am wohlsten, an dem er geboren wurde, an dem die Eltern leben, an dem die Freunde sind. Die Unbekümmertheit, die Leichtigkeit der Kindheit verbinden viele mit Geborgenheit, mit dem Lieblingsort. Was aber, wenn diese Wurzeln durchtrennt wurden, wenn es diesen geschützten Ort der Kindheit nicht mehr gibt?

Lieblingsorte können auch bestimmte Gebäude sein, mit denen einen eine geheime Kraft verbindet, oder der Trubel der Großstadt, aber auch die Waldeinsamkeit. Vielleicht gibt es diesen Platz auch nur im Traum ..,

Kinder haben noch eine ganz andere Verbundenheit mit der Umwelt. Alles prallt direkter, ungefilterter auf sie ein: Die Sorgen in der Schule mit den Mitschülern, mit den Lehrern, mit den Leistungsanforderungen; Angst vor der Zukunft. Vielleicht auch Liebeskummer oder der Verlust eines geliebten Menschen. Einen Lieblingsort zu haben, kann Halt geben, Sicherheit und Vertrauen in das Leben

 

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Interview mit einer Stadt

Im letzten Jahr veröffentlichte Thilo Reffert mit „Fünf Gramm Glück“ die Lebensgeschichte einer Brotdose – erzählt von ihr selbst. In vielen Begegnungen seinen jungen Leser*innen hat der Autor seitdem die Erfahrung gemacht, dass Kinder den Reiz und die Ergiebigkeit dieser erzählerischen Verabredung schon nach wenigen Worten erfassen. Und Kinder können wunderbar weitere Episoden aus dem Leben von Brotdosen erfinden.

Schon am 24. Dezember 1954 hatte Heinrich Böll eine entfernte Verwandte der Brotdose zum Leben erweckt. In der Geschichte „Schicksal einer henkellosen Tasse“ ließ Böll an einem Heiligabend auf dem Fensterbrett eben jene Tasse ohne Henkel ihr bewegtes Schicksal memorieren.

Die Idee für das Kurzzeitmodul ist nun, in Greiz nach weiteren Verwandten der Tasse und der Brotdose zu suchen. Thilo Reffert wird mit den Teilnehmern des Workshops nach Objekten suchen, im öffentlichen Raum oder ganz privat, und mit den Kindern gemeinsam deren Geschichte erfinden und literarisch umsetzen.

 

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Kultur macht vieles – zum Beispiel stark

Stark finden auch die Teilnehmer von Wendepunkt e.V. in Wolfersdorf, was der Autor Ronny Ritze mit ihnen vorhat. Eine Gruppe von zehn Teilnehmern schreibt seit dem 30.01. 2018. an eigenen Geschichten. Die 13 bis 17-jährigen klopfen dabei Themen ab, die sie selbst bewegen. Ronny Ritze zieht den Rahmen und zeigt ihnen, wie Kurzgeschichten und Biografien aufgebaut werden, wie man die Perspektive einhält und den Text so interessant macht, dass man ihn irgendwann sogar vor Publikum vorlesen kann. Er hat Erfahrung darin: Ronny, wie sie ihn nennen, kennen sie als den Autor, der bereits jugendliche Inhaftierte ins Schreiben gebracht hat. Ein Jahr lang arbeiten die Wolfersdorfer nun mit ihm – und werden dabei ihre eigenen Erfahrungen machen.

Bevor die erste Werkstatt startet, gab es bereits eine Auftakt-Lesung in der Bibliothek Neustadt Orla in der Bibliothek Neustadt Orla, bei der Ronny Ritze sich und seine Arbeit vorstellte. Vom ersten Eindruck bis zum Ende der ersten Werkstatt zieht sich der O-Ton:

„Sie sind richtig chillig, Herr Ritze!“ (Dawid, 15)

„Das wird eine gute Zusammenarbeit“ (Dennis, 14)

Die Jugendlichen können sich in verschiedenen Kunstformen ausdrücken. Ob ein Buch, ein Hörspiel oder ein Theaterstück entsteht, ist noch offen und wird sich während der gemeinsamen Arbeit ergeben. Mitte des Jahres werden die ­jugendlichen Teilnehmer erste Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit präsentieren. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Das Thüringer Konzept zu diesem Projekt kann man hier einsehen.

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