Matthias Klaß
Matthias Klaß

99817 Eisenach

(0157) 75725632
...
5. Klasse, 6. Klasse, 7. Klasse, 8. Klasse, 9. Klasse, 10. Klasse, 11. Klasse, 12. Klasse

Biografisches

Geboren 1965 in Eisenach. Poetry Slammer, Autor und Videofilmer. Seit 2007 als Poetry Slammer republikweit unterwegs. Bislang über 100 Auftritte bei Poetry Slams und Lesungen. Veranstalter des Wabu-Slams und des Sommergewinns-Slams in Eisenach. 2011 Erster Workshop für kreatives Schreiben in Eisenach.

Auszeichnungen

Gewinner der Mitteldeutschen Meisterschaft in Halle, 2011.

Bibliographie

"Thuringia Mortale", 1. Teil der Triologie "Saga Thuringia", Verlag Lepa-Bücher 2015.

Text im Sampler "Zonenfußball, Von Wismut Aue bis Rotes Banner Trinwillershagen", Hrsg. Frank Willmann, Verlag Neues Leben Berlin 2012.

"Es ist was faul im Staate", Anthologie, 2011.

"Pauschal ins Paradies", zwei Texte in Anthologie, 2008.

"Knackwurschtliga- ein Unterklassenmärchen", 2007.

"Der Ball ist aus" Fußball-Anthologie, 2006.

Gab das bundesweit bekannte Fanzine "Kreuzbandriss" heraus, 2003 bis 2006.

Themenangebot

Auftritte als Poetry Slammer, Autor.

Workshops für kreatives Schreiben für Jugendliche ab 11 Jahren.

Die Romanreihe "Saga Thuringia" richtet sich an Leser ab 14 Jahren. Die Veröffentlichung ist für das Frühjahr 2015 geplant.

Leseprobe

Fußball

 

Auf einem Grünen Rasen, zwei Tore aufgestellt.

Auf manchem grünen Rasen, da spielt so mancher Held.

So mancher kleiner Spieler wird dort ein Mann von Welt

und folgt dem Ruf des Götzen. Und folgt der Gier nach nach Geld.

 

An manchem grünen Rasen, von Rentnern dicht umstellt,

da toben Emotionen, aus einer fremden Welt.

Was gelten hier schon Sitte und Rationalität

für vornehme Zurückhaltung ist es hier längst zu Spät.

 

Auf diesem grünen Rasen, da sitzt ein Schiri fest.

Die Spieler sind längst heim - Er wartet bis zuletzt.

Sein Tag war nicht der Beste und mancher Pfiff verkehrt.

Und mancher Spieler hatte sich zu Recht bei ihm beschwert.

 

Der Rentner steht am Parkplatz. Sein Auto ist umstellt.

Und das zum lieben Sonntag, denkt er, und das nicht mal für Geld…

Den regenschirmbewaffneten Seniorenhooligans,

steht nach Rede nicht der Sinn, und nicht nach dem Konsens.

 

Vergessen sind das Hüftgelenk und auch die Lymphdrainage.

Entschlossen bis zum Äußersten wartet die Bagage.

Sie werden ihn sich holen, und mag er noch so rennen,

um ihm das beizubringen, was sie Manieren nennen.

 

Die Polizei erscheint, den Schiedsrichter zu decken,

Sein Auto und ihn selbst vorm Volksturm zu verstecken.

Der Einsatzleiter appelliert: “Es ist doch nur ein Spiel!”

Er hat ja keine Ahnung. Hier geht es um soviel!

 

Natürlich ist die Kreisliga nicht gleich die ganze Welt..

Doch ist sie ein Refugium im Alltagssturm ein Zelt..

Dem Alltagsturm des Wohnzimmers, den Gattinen verbeiten,

die selbst zu kurz gekommen sind, in diesen harten Zeiten.

 

Daran ist nicht der Schiri schuld, dass ist auch ihnen klar

doch Emotionen wandeln den Verstand oft sonderbar.

So kommt halt oft zusammen, der Frust der ganzen Welt,

auf manchem grünen Rasen, zwei Tore aufgestellt.

 

Auf einem grünen Rasen, zwei Tore aufgestellt

Drum bauten sie ein Stadion, drin spieln sie jetzt für Geld.

In einer Siegerliga, wo nur die Großen Kicken.

Die Geld verdienen wollen, bis dass sie gehn an Krücken!

 

In VIP Logen gleich unterm Dach, dort sieht man jene sitzen,

die nie auch nur für einen Cent im Leben mussten schwitzen.

Bei Trüffelcreme, Lachshäppchen, Sevrugakaviar,

Da lässt es sich aushalten, ist Fußball wunderbar.

 

Sie werfen mit Moneten rum aus Aktienwertpapieren,

denn niemals plagte sie die Angst, das Alles zu verlieren.

So wie der Zaster ausgegeben, so kommt er doch zurück.

In Deutschland gibts ein Steuerecht- was ham wir für ein Glück.

 

Und so beherrscht ein Kreislauf aus Nehmen und aus Geben

Im Profifussball und drumrum so vieler Menschen Leben.

Der Eintrittzahler weiss nicht viel, vom Kreislauf der Millionen.

Er ahnt nur: “Ey für Manche hier, muss dass sich richtig lohnen!”

 

Der Fan wird sich auch weiterhin sein Lieblingstrikot holen.

Die Spieler und sein Lieblingsklub verdienen dicke Kohlen.

Das ärgert ihn zwar dann und wann, doch will er nicht begreifen,

dass nur mit ihm die Mechanismen ineinander greifen.

 

So ist die Welt des Fußballs, so tickt die Fußballwelt.

Auf manchem grünen Rasen zwei Tore aufgestellt.

 

Auf einem grünen Rasen, zwei Tore aufgestellt

belagert von den aggressivsten Papas von der Welt.

Ihr Knabe spielt um Punkte, das Familienheiligtum!

Da geht es um die Zukunft! Und Ehre, Geld und Ruhm.

 

Sie können nicht verzeihen und sie kennen keine Gnade.

Nicht Zuckerbrot nicht Peitsche. Nicht Senf noch Marmelade.

„Mein Sohn der ist der Erste! Nur ihm gehört der Sieg!

Und du bist anderer Meinung? Das bedeutet Krieg!“

 

Und wie sie sich beschimpfen-Kinder würde das nie wagen

Aschloch, Wixer, Huren-Sohn-sowas darf man doch nicht sagen!

Die Kids können kaum begreifen, wie sich die Papas gehen lassen.

Man sollte sich doch lieben, also das Gegenteil von hassen!

 

Der Schiri ist doch noch ein Kind-er ist noch nicht perfekt

natürlich muss er lernen- Habt ihr das;nicht gecheckt?

Ihr wart doch selber keine Stars. Warum dann so verrückt?

Sonst hättet ihr doch selbst alle in der Champions League gekickt!

 

Doch in den Papas kocht der Zorn- sie hören nicht mehr zu.

Der Angriff auf die eigene Sippe lässt ihnen keine Ruhe.

„Ihr wollt unser Kind bekämpfen? Und unseren Aufstieg?

Wir werden kämpfen bis zum Tode, oder bis zum Sieg."

 

So werden manche Menschen, sie benehmen sich wie toll.

Bei diesem wunderbaren Sport, der doch verbinden soll.

Der in uns Gefühle weckt, wie Leidenschaft und Spaß,

doch leider nun mal eben auch Befangenheit und Hass.

 

Auf einem grünen Rasen zwei Tore aufgestellt,

dort spielen sie bis heute, das schönste Spiel der Welt.

Feedback

16. September 2017, Poetry Slam, Museum Kloster Veßra
Wir als Veranstalter und das Publikum waren begeistert! Auch die ausgewählten Vorträge fügten sich passend in das Thema der Veranstaltung ein.

7. Juni 2017, 8. Meininger Poetry Slam, Stadt- und Kreisbibliothek Meiningen
Die hochtalentierten jungen und jung gebliebenen Dichter mit ihrer Sprach- und Sprechkunst stellten sich dem freundschaftlichen Poetenwettkampf. Gereimt oder in Prosa, nachdenklich oder witzig buhlten die Slammer beim Meininger Poetry Slam um die Gunst des Publikums.