Astrid Seehaus
Astrid Seehaus

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undine-verlag.de
Kindergarten, 1. Klasse, 2. Klasse, 3. Klasse, 4.Klasse, 5. Klasse, 6. Klasse, 7. Klasse, 8. Klasse, 9. Klasse, 10. Klasse, 11. Klasse, 12. Klasse

Biografisches

Astrid Seehaus ist Jahrgang 1961. Diplom-Biologin, Schriftstellerin und Verlegerin.1990 Gründung eines Planungsbüros (Landschaftsarchitektur). 2003 Gründung des Undine Kinder- und Jugendbuchverlages in Eichsfeld. Initiatorin und Leiterin des im Eichsfeld seit 2015 durchgeführten literarischen Förderprogramms "Junge Talente". 2016 Leuchtturm-Preis im Rahmen "IdeenmachenSchule". Herausgeberin der 1. Eichsfeld-Anthologie 2016. Initiatorin und Organisatorin der 1. Eichsfelder Krimiwochen 2016. Herausgeberin des Magazins "Das Eichsfeld liest" 2017.

Auszeichnungen

Gewinnerin des 1. Thüringer Krimipreises 2012.

Silberne Ehrennadel des Eichsfeldes 2012.

Förderpreis der VG Bild und Kunst 2015.

Bibliographie

"Sommer im Regen", Roman, Undine Verlag 2017.

"Lauf! Kleine Antilope, lauf!", Foto-Bildband mit Step-By-Step-Filzanleitung, Undine Verlag 2017.

"Lauf! Kleine Antilope, lauf!, Wenn man gehen muss", eine Bildergeschichte mit gefilzten Motiven, Undine Verlag, 2017.

"Lilly geht baden", Bilderbuch, Undine Verlag, 2017.

"Lilly und die Osterzwerge", farbiges Bilderbuch, Undine Verlag, 2016.

 

Snöggi(r) 2016

"Wie findet man einen Snöggi?", Undine Verlag, 2016.

"Zilla Zottel Zahnpiratin", Undine Verlag, 2016.

"Lounas Reise", Undine Verlag, 2016.

"Die Welt ist bunt", Undine Verlag, 2016.

"Wer bin ich? Bella-Rosa sucht ein Haustier", Undine Verlag, 2016.

 

"Mörderisches Buffet", Anthologie, Eichsfelder Autoren u.a. auch 2 Kurzgeschichten von Astrid Seehaus,Undine Verlag 2016

"Das Kreuz", Undine Verlag 2015.
3. Eichsfeld-Krimi

"Das Ompf-Abenteuerland", mit Florentine Hein und illuBine, Undine 2014.
Tagebuch, Freundschaftsbuch, Abenteuergeschichte - Schreib-und Lesealter

"Die Welt ist bunt!- Die traurige Prinzessin", Undine Verlag 2014.

"Mathildes und... Reisetagebuch, Australien", Undine Verlag 2013. 
Tagebuch, Freundschaftsbuch, Abenteuergeschichten - Schreib- und Lesealter

"Ich bin anders!", Undine Verlag 2013.
Bilderbuch, Kindergarten

"Loverboy", 2. Eichsfeld-Krimi, Undine Verlag 2013.

"Zilla Zottel Zahnpiratin", Bilderbuch mit Modartis, Undine Verlag 2012.

"Tod im Eichsfeld, Sutton Verlag 2012 (1.Thüringer Krimipreis 2012)

"Engelchen und Teufelchen", Bilderbuch mit Artando, Undine Verlag, Herbst 2011.
Bilderbuch für Kindergartenalter - von EKZ empfolen,

"Das Wilde Wirbel Wind Ompf Buch", Bilderbuch mit Florentine Hein und Sabine Cherebet, Undine Verlag, Herbst 2011.
Für Vor- und Grundschulkinder - von AJuM empfolen.

"Prinzessin Wunderbar", mit Modartis, Undine Verlag, 2011.
Bilderbuch für Kindergartenalter - von der EKZ empfolen,

"Hallo Zaubergirl!", Undine Verlag, 2010.
Lesalter ab 12 Jahre, von der AJuM empfolen.

"Mora Muh ist krank",  Illustrationen von Sabine Cherebet, Undine Verlag, 2010.
Bilderbuch für Kindergartenalter- von der AJuM empfolen,.

"Sterne über Burg Funkelstein", mit Florentine Hein, Undine Verlag, 2009.
Für Vor- und Grundschulen - auf der Bestenliste der besten Kinderbücher Deutschlands (EKZ), 

"Ein Drache in Opas Garten",  Undine Verlag, 2008.
Für Kinder im Vor- und Grundschulalter - von der AJuM empfohlen.

"Pucki lässt das Zaubern nicht", Undine Verlag, 2008.
Ab Klassenstufe 3 - von der AJuM empfohlen.

"Edwina und die Dschungelhexe", für Kinder im Grundschulalter, Undine Verlag, 2007.

"E-Mail von Mr. Right", für Jugendliche ab 12 Jahre, Undine Verlag, 2006.

"Der Spiegel", für Jugendliche ab 12 Jahre - von der AJuM empfohlen, Undine Verlag, 2006.

"Meine Freundin, die Hexe, Band III: Der magische Trank", Undine Verlag, 2006.
ab 4. Klasse

"Edwina Schusselhexe", Undine Verlag, 2005.
Für Kinder im Grundschulalter.

"Der Spielmann", Undine Verlag, 2005.
Für Jugendliche ab 13 Jahre.

"1,2,3 – fertig ist die Liebeshexerei", Undine Verlag, 2004.
ab 4. Klasse

"Meine Freundin, die Hexe, Band II: Der Krieg der Feen", Undine Verlag, 2004.
ab 4. Klasse

"Edwina Schusselhexe", Undine Verlag, 2004, 2. Auflage 2007.
Grundschule

"Meine Freundin die Hexe, Band I: Das Zauberbuch“, Undine Verlag, 2003, 2. Auflage 2006.
ab 4. Klasse geeignet

Themenangebot

Lesungen in Kindergärten und Grundschulen im Kostüm und mit Musik. Schreib-Workshop. Rollenspiel Hexenprozess.

Leseprobe

aus: "Meine Freundin die Hexe - Das Zauberbuch"

Kapitel 1

Die Reise

Die Kirchenglocken läuteten. Hell und klar tönten die einzelnen Schläge über die Häuser des Städtchens hinweg.

Alexa kniff die Augen zusammen und blinzelte in die strahlend helle Sonne, die wie eine unheilvolle Verkünderin auf alles niederbrannte. Es würde auch heute wieder nicht regnen. Dieser Tag versprach wie die vielen Tage zuvor, heiß und trocken zu werden. Kein einziges Wölkchen zeigte sich am azurblauen Himmel, und Alexa war höchst unzufrieden mit sich.

Sie löste ihren Blick vom Himmel und schaute sich um. Er war nicht da. Sie überlegte, ob er sie vergessen haben könnte. Doch sie schüttelte unwillkürlich ihre rote Löwenmähne. Was für ein dummer Gedanke! Natürlich würde er sie nicht vergessen.

Ihre Augen suchten unruhig den Marktplatz ab. Von hier oben konnte sie alles überblicken.

Sie sah den Schuster mit dem Schlachter tuscheln. Was die wohl wieder ausheckten? Neidisch beobachtete sie, wie sie sich das kühle Bier becherweise hineinkippten. Sie sah die dicke Bäckersfrau wie einen mächtigen Felsen in der Menge stehen. An ihrem Unterarm hing ein schwerer Korb voll warmen Gebäcks. Es war viel zu heiß, doch sie schrie sich die Seele aus dem Leib, um ihre ofenfrische Ware feilzubieten. Die Hungrigen rissen ihr die sirupgefüllten Kuchenstücke aus der Hand und stopften sie sich in die gierigen Mäuler. Mit Bier wurde nachgespült.

Sie werden heute ein gutes Geschäft machen, die Bierbrauer, dachte Alexa. Denn der süße Kuchen blieb am Gaumen kleben, auch wenn man wie eine Kuh kaute. Sie verzog das Gesicht zu einem spöttischen Grinsen.

Ereignisse dieser Art versprachen immer ein gutes Geschäft für die Marktschreier. Nicht nur die Bürger stürzten aus ihren Häusern oder stritten sich um die besten Fensterplätze, wenn es auf dem Marktplatz etwas zu sehen gab, sondern auch die Menschen vom Land nahmen den anstrengenden Weg nach Salzbrunne auf sich,um der täglichen Mühsal zu entfliehen und nichts vom Spektakel zu verpassen. Und sie hatten Hunger und Durst, die gegen bare Münze gestillt werden mussten.

Nun könnte er aber bald kommen, dachte Alexa, und ein Schweißtropfen rann ihr ins Auge. Es brannte höllisch und sie musste heftig blinzeln, ehe der Schmerz endlich nachließ.

Ich sollte mich nicht so anstellen, dachte sie verstimmt, denn was ist schon ein Schweißtropfen im Vergleich zu dem, was noch kommen wird.

Stunden hatte sie nun schon in dieser erbarmungslosen Hitze zugebracht, hatte sich nicht von der Stelle rühren können, und immer noch geschah nichts. Wie lange wollten sie denn noch warten, ehe sie anfingen? Ungeduld kroch Alexa langsam wie eine Schnecke den Rücken hinauf.

Ihr sollte es eigentlich recht sein. Solange er nicht da war, hatte sie es auch nicht eilig. Es blieb ihr wohl nichts anderes übrig, als hier weiter auszuharren.

Sie trat von einem Bein auf das andere, als plötzlich Bewegung in die Menge kam. Die schwere Kirchentür öffnete sich. Alexa kniff wieder die Augen zusammen, um besser sehen zu können. Die Kirche war mehr als zweihundert Schritte von ihr entfernt und sie wollte nichts von dem, was gleich geschehen würde, verpassen.

Schwarz gekleidete Männer traten, wie die Gänschen hintereinander marschierend, in die grelle Mittagssonne und verharrten für einen kurzen Moment, geblendet vom gleißenden Licht, auf der obersten Stufe der ausladenden Kirchentreppe.

Alexa kicherte. Es schien ihr, als ob die Kirche diese hässlichen Gestalten wie eine schlechte Mahlzeit ausgespien hätte.

Sie spuckte aus.

In einer Prozession kamen die Männer, würdevoll und sich ihres hohen Amtes bewusst, Stufe für Stufe die Treppe herunter. Die Gaffer rückten respektvoll auseinander. Durch eine Gasse schritten die Kirchenoberen zur Mitte des Platzes, wortlos und mit feierlichen Mienen.

Alexa beobachtete sie argwöhnisch und rümpfte die Nase.

Einer war wie der andere, dachte sie. Einer war so boshaft wie der andere.

Sie spuckte erneut aus.

Die Kirchenglocken hatten aufgehört zu läuten, und die Umstehenden schienen jetzt nur noch zu flüstern. Für den Bruchteil einer Sekunde hatte Alexa den Eindruck, dass alles erstarrte. Wie eingefroren wirkte auf einmal der Marktplatz mit seinen Besuchern, die sich eben noch wie gierige Ratten vor ihren Füßen getummelt hatten.

Sie wollte ein drittes Mal ausspucken, merkte aber, dass ihr Mund trocken war. Sie hatte Durst. Ein Krug Bier wäre jetzt genau das Richtige für sie.

Erschöpft schloss sie für einen kurzen Moment die Augen. Lass ihm nichts dazwischen gekommen sein!, betete sie stumm. Lass ihn sein Versprechen halten!

Das plötzlich ausbrechende Grölen der Menge riss sie aus ihrer Schläfrigkeit. Sie öffnete die Augen und spürte mit jeder Faser ihres Körpers, dass einer der Schwarzmänner sie beobachtete. Sie suchte seine Augen und fand sie. Ein Ausdruck tiefster Befriedigung breitete sich auf seinem Totenschädelgesicht aus, verschwand aber schnell wieder und Alexa sah nichts als ein leeres, ausdrucksloses Gesicht. Sie kannte ihn. Er übertraf alle anderen an Boshaftigkeit. Seine trockene Haut spannte sich wie gegerbtes Schweinsleder um die Schädelknochen, so dass sein Gesicht einer Teufelsmaske glich.

Böse, ging es ihr durch den Kopf, böse und hinterhältig.

Sie verzog keine Miene, als ihre Blicke sich erneut trafen. In seinem Gesicht rührte sich nichts. Seine kohleschwarzen Augen waren ausdruckslos auf sie gerichtet. Aber sie wusste, was er dachte.

Ihr Blick löste sich von dem Totenschädelgesicht und suchte erneut den Platz ab. Nirgendwo konnte sie ihn in der Menge erblicken. Nichts verriet seine Anwesenheit. Er war immer noch nicht gekommen.

Alexa fing laut an zu fluchen, bis sie aus den Augenwinkeln Bewegung am Rande des überfüllten Marktplatzes wahrnahm.

Na endlich!

Sie suchte im Gewimmel den Totenschädel. Als sie ihn fand, verzog sich ihr Mund zu einem höhnischen Grinsen. – Du wirst nicht gewinnen! Nein, du nicht! – Und ihr Blick wanderte zurück zur Quelle der Unruhe. Sie hatte sich ernste Sorgen gemacht, dass er ausblieb. Doch nun war er da. Wie hatte sie nur zweifeln können? Sie atmete erleichtert auf.

Aber wie groß war ihre Enttäuschung, als sie zwischen den Hauben und Schleiern, den Wämsern und ausladenden Umhängen nur den Hirtenjungen entdeckte, der sich mit einer Rotte Schweine seinen Weg durch die Menge bahnte. Mit einem Stöckchen der Haselnuss trieb er eine dicke Muttersau und ihre quiekenden Ferkel vor sich her. Verkniffen blickte er sich um und drängelte sich an den Neugierigen vorbei.

Er war groß und schlank und überragte schon jetzt die anderen um einen halben Kopf, obwohl er noch keine sechzehn war. Man hatte ihm gesagt, er werde noch in den Himmel wachsen, wenn er weiter so viel in sich hineinschaufeln würde, aber das kümmerte ihn nicht sonderlich. Seine Größe war auch eher von untergeordneter Bedeutung, wenn man das weizenblonde Haar sah, das seinen Kopf wie ein struppiger Heiligenschein umgab. Es stand nach allen Seiten ab und er bekam es nie gebändigt. Eine Filzkappe thronte schief auf seinem Haupt, als ob er sie dort vergessen hätte, und mit jeder Bewegung wippte sie hin und her wie eine Krähe, die ihre Flügel ausbreitet, um das Gleichgewicht zu halten.

Ach Strobel!, dachte Alexa enttäuscht, was machst du denn hier? Der Schweiß lief ihr den Rücken hinunter und sie sehnte sich nach einem erfrischenden Bad im Weiher ihres Dorfes Hasenwinkel.

Sie beobachtete Strobel. Er gestikulierte mit seinem Stöckchen wie ein Tanzäffchen mit der Rassel, als ob er jemanden durchbohren wollte.

Sein lächerliches Gehampel zu beobachten, steigerte ihre Unruhe ins Unerträgliche. Sie verlagerte das Gewicht wieder auf das andere Bein. Das zynische Grinsen des Totenschädels irritierte sie. Die Kirchenglocken setzten erneut mit ihrem Geläut ein.

„Teufelsdreck und Schweineblut“, platzte es plötzlich in blindwütigem Zorn aus Alexa heraus. „Niemals meine Seele ruht! Sturm und Hagel werden schwemmen, Blitz und Donner niederbrennen, alles, was gar Lüge ist!“

Sie schrie über die johlende Menschenmasse hinweg und ihre Blicke schleuderten vernichtenden Hass auf die dürren, schwarzen Gestalten, die sie bis dahin stumm angestarrt hatten und sich nun ängstlich in die Nähe des sicheren Kirchenportals zurückzogen.

„Nieder mit der Hexe!“, intonierte das Volk unterdessen.

„Brennt sie auf, das Weibsstück!“

„Wir wollen die Hexe brennen sehen!“

„Eure Seele wird ersterben und die all eurer Erben, so ruf ich bei Wetter, Sturm und Wind, die meine Kinder sind!“ Alexa richtete ihre gesamte Konzentration auf den Totenschädelmann.

Das Feuer schlug hoch und der Rauch nahm Alexa für einen Moment den Atem, doch sie ließ sich nicht beirren und schrie sich die Kehle wund: „Meister! MEISTER!“

Feedback

29. November 2017, Lesung aus ""Lauf! Kleine Antilope lauf! Wenn man weggehen muss"", Stadtbibliothek Heilbad Heiligenstadt
Kleine Kinder und große Augen, wenn man ein Buch nicht nur vorgelesen bekommt, sondern es anfassen und erfühlen kann. Frau Seehaus hat die Geschichte, die von Flucht und Heimatfindung handelt auf großen Filzplatten dargestellt und die kleine gefilzten Tiere, konnten von den Kindern, genau wie die Filzteppiche gefühlt und bewegt werden.Das Thema "Heimat" wurde gerade durch die bewegte Lesung auch den Kleinen schon sehr deutlich gemacht.as Filzen, als altes Handwerk, wurde erklärt. Die Kombination als Wolle, Geschichte, Tiere und dem Schicksal des Mädchen Telebiedu wurde allen verständlich gemacht.Kinder und Erwachsene waren alle begeistert und lobten den Einfallsreichtum der Künstlerin.