Andreas vom Rothenbarth
Andreas vom Rothenbarth

99634 Schwerstedt bei Sömmerda

(036376) 56610
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rothenbarth.de
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Biografisches

Rothenbarth erzählt Märchen.

Ohne Klamauk, ohne Comedie, so, wie sie sind und seit Jahrhunderten erzählt wurden. Dafür aber sehr persönlich, lebendig und beeindruckend.

Viele meinen, heutige Schulkinder könnten mit den alten Märchen nichts mehr anfangen, wollten mehr action oder aktuellere Themen. Rothenbarths Erfahrungen sind andere: Bislang hat noch jedes Kind sich von seinen Erzählungen fesseln lassen. Und das ist kein Wunder, denn die Themen, die in Märchen aufgegriffen werden, sind die uralten und immer wieder gültigen: Gut und böse, Mut und Verzagtheit, bitten und danken. Und dazu in einer sprachlichen Schönheit, die heute nur noch schwer zu finden ist.

Viele tausend Zuhörer verzaubert der Märchenerzähler jedes Jahr, vom Schulanfänger, über fröhliche Kirmesrunden bis hin zu Dementen. Zum Erfurter Weihnachtsmarkt gehört er seit mehr als 2 Jahrzehnten dazu wie die Weihnachtskrippe oder der Tannenbaum.

 

Der bärtige Thüringer (Jahrgang 1957) hat als Diplom-Informatiker die Möglichkeiten moderner Kommunikation kennengelernt, umso mehr schätzt er die direkte Kommunikation zwischen Menschen von Angesicht zu Angesicht. Daher hat er seit vielen Jahren das Märchenerzählen zu seinem alleinigen Lebensinhalt gemacht. Mehr als die 4x4 m für seinen Teppich oder sein Märchenzelt braucht er nicht, um für drei Viertelstunden einer Schulklasse atemloses Zuhören zu ermöglichen. Wenn es sein muss, kann er aber auch einen ganzen Saal mit Märchen und Geschichten unterhalten. Konkrete Vereinbarungen müssen ohnehin für jede Veranstaltung getroffen werden, denn auch die Zuhörer sind ja unterschiedlich.

Bibliographie

"Vom schrecklichen Ende der Saurier", (illustriert von Frank Ruprecht), Anthologie "Paula in der Aula", Hrsg. FBK für Thüringen e.V., dorise-Verlag 2010.

"Die Regenbogenfee", Verlag Wirtschaftsjournal Chemnitz, 2008.

Themenangebot

Der Märchenerzähler bietet für jede Alterstufe (außer 7.-10. Klasse) passende Erzählrunden an. Auch auf Schul- oder Bibliotheksfesten kann er überzeugen.

Daneben kann Rothenbarth Workshops und Wettkämpfe zu traditionellen Spielen wie Murmeln oder Kreiseln leiten.

Leseprobe

(nach einer englischen Geschichte von Chris Smith, Oxford)

Es war einmal eine kleine, feine Maus, die hieß Fräulein Maus.

Sie war eine so feine, so saubere und reinliche Maus, und am liebsten putzte sie ihr Haus. Von früh bis abends putzte und wischte sie, wischte den Staub aus allen Ecken, machte die Betten fein, wischte den Boden, dass er nur so glänzte.

Und wie sie so einmal unter der Treppe wischte, ganz hinten in der Ecke, wo nie jemand hinkommt, da fand sie: Einen Groschen!

Oh, ein Groschen, dachte Fräulein Maus, da kann ich mir etwas Schönes kaufen!

Was werde ich mir gönnen? - Eine Apfelsine!

Aber nein, eine Apfelsine ist so schwer zu schälen, der Saft spritzt herum, und es klebt und gibt Flecken auf der Schürze, nein, eine Apfelsine ist nicht das richtige, dachte das reinliche Fräulein Maus. Eine Walnuß!

Aber nein, eine Walnuß ist außen ganz schutzig und braun, und wenn man sie knackt, dann gibt das überall so kleine Stückchen, die herumfliegen und man muß sie wieder aufkehren, nein, eine Walnuß ist nicht das Richtige für mein kleines sauberes Haus. Aber was soll ich mir sonst kaufen?

Und sie dachte und dachte, und endlich fiel es ihr ein: Etwas Puder für mein Gesicht! Ich sehe immer so grau aus, und mit ein wenig Puder könnte ich viel feiner und weißer aussehen, und wäre gewiß so schön und fein wie mein feines kleines Haus!

Und sie lief schnurstracks zum Markt und kaufte für ihren Groschen eine winzige Dose Puder, und sie lief damit heim, stellte sich vor den Spiegel und puderte sich ihr graues Gesicht ganz fein und weiß. Oh, wie hübsch ich jetzt aussehe, sprach sie bei sich, das sollen alle Leute sehen. Und sie nahm einen kleinen Stuhl, setzte sich vor ihr kleines feines Haus und sah ganz fein dabei aus.

Und die Tiere der ganzen Straße kamen vorbei und grüßten sie freundlich: „Guten Morgen, Fräulein Maus, du siehst so hübsch aus vor deinem Haus!“

Und Herr Hund kam vorbei und grüßte freundlich, und Frau Gans kam vorbei und grüßte freundlich, und Herr Hahn kam vorbei und grüßte freundlich, und Fräulein Maus grüßte freundlich zurück und freute sich, was für nette Nachbarn sie hatte.

Und endlich kam Herr Kater mit gemächlichen Schritten stolz die Straße herunter, und er blieb stehen und grüßte freundlich: „Guten Morgen, Fräulein Maus, du siehst so hübsch aus heute morgen!“ „Guten Morgen, Herr Kater!“ antwortete Fräulein Maus und freute sich, denn der Kater war ein sehr feiner Herr und trug einen glänzenden, reinlichen Pelz.

Und der Kater sprach „Willst du mich heiraten, Fräulein Maus?“

„Oh, gerne!“ rief Fräulein Maus, denn einen so feinen Mann hatte sie sich immer gewünscht. Und so heirateten die beiden, und Fräulein Maus zog zu Herrn Kater ins Haus und hieß nun Frau Kater, und das Haus war sehr schön und groß, und es gab dort den ganzen Tag zu putzen und zu wischen, denn Herr Kater sollte es doch schön haben, und er liebte es, wenn alles so rein und fein war. Und wenn das Haus geputzt war, mußte Fräulein Maus, die nun Frau Kater hieß, für ihren Mann kochen, denn wenn er abends heimkam, war er hungrig.

Aber die Küche im Katerhaus war viel größer als im Mäusehaus, und die Töpfe auch, und die Deckel waren so schwer und die Kochlöffel so groß, das war ganz schön schwer für die kleine Maus. Und als sie einmal so Kraut kochte für Herrn Kater, und den schweren Deckel abgenommen hatte und mit dem großen Kochlöffel das Kraut umrühren wollte, da – fiel ihr doch ihr Ehering in das Kraut. Sie rührte und suchte, aber der Topf war so groß und das Kraut so viel, denn Herr Kater hatte immer großen Hunger, und der Kochlöffel war so groß und die Maus so klein, und so fiel die Maus endlich selbst in das kochende Kraut.

Bald kam Herr Kater nach Hause: „Mäuschen, da bin ich. Was gibt es zu essen?“ Er ging in die Küche, da dampfte das Kraut, und es duftete sooo gut, und weil die Maus nicht kam, so setzte sich Herr Kater allein an den Tisch, und schöpfte sich den Teller voll, denn er hatte großen Hunger.

Und er aß und aß und fand - einen kleinen Mauseschwanz im Kraut. Und er zog daran, und zog und zog, und zog endlich seine feine, kleine Maus aus dem Kraut. Und die roch sooo gut! Und so hat er sie – happs! gefressen.

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Feedback

17. September 2017, Märchen erzählen zum Bibliotheksfest, "KuKuNa" Bad Tabarz
Vielen Dank für die finanzielle Unterstützung bei unserem Fest! A. v. Rothenbarth erfüllte wieder alle Erwartungen und konnte begeistern. Vielen Dank ebenfalls für die gute Zusammenarbeit!

14. März 2017, "Märchen aus aller Welt", Leinefelde