Ronny Ritze
Ronny Ritze

Arnstadt

(03629) 777527
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www.ronnyritze.de
8. Klasse, 9. Klasse, 10. Klasse, 11. Klasse, 12. Klasse

Biografisches

Geboren: 1980 in Arnstadt. Nach Realschulabschluss Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann. Von 2004 bis 2008 Fernstudium Journalistik. 2013 Gründung des Niederburg Verlags mit Schwerpunkt Junge Literatur in Thüringen. Seit 2014 professioneller Schreibtrainer u.a. im Auftrag von Schulen, Bildungs- und Strafvollzugseinrichtungen, Einrichtungen der Jugendhilfe.

Bibliographie

"Voll verknallt", Anthologie, Regelschule Bad Lobenstein, Impulsgeber e.V. 2017

"Das Schlimmste kommt zum Schluss", Hörspiel, Kontakt in Krisen e.V., Erziehungshilfe Erfurt, 2017

"TextTäter - Knast oder Krieg", Radiofeature, Texte inhaftierter Jugendlicher, Radio F.R.E.I. 2016

„Schwer gezeichnet – Jugend hinter Gittern“ – Anthologie, Texte aus der Jugendstrafanstalt Arnstadt, Garamond Verlag Jena 2015

Themenangebot

Schreibwerkstätten für Jugendliche mit besonderem Verhalten zur Verarbeitung problematischer Erfahrungen (in Strafanstalten, Jugendheimen, Arrestanstalten, Brennpunkt-Schulen, Sonderprogrammen usw). Z.Bsp: Vortragstechniken und Leseübungen, Charakterisierung, Kurzgeschichte, Biografiearbeit et al

Vortrag

"Schwer gezeichnet - Jugend hinter Gittern" Texte inhaftierter Autoren, Multivisionsvortrag in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft, kriminalpräventiv, ca. 90 min, geeignet ab 14 J.

Leseprobe

Schwer gezeichnet

…Der Himmel liegt bleischwer über der Strafanstalt. Wir fahren von der Autobahn ab und mit jeder Sekunde schnürt sich die Kehle ein Stück weiter zu. Sandsteinfarben ragt der Koloss aus dem Nichts empor. Weiter hinten erstreckt sich die Silhouette Arnstadts, als erster Ausläufer des Thüringer Waldes. Ich wühle in meiner Tasche.

Vor fast dreißig Jahren gab es hier keinen Autobahnzubringer. Es gab nur Feld, so weit man sehen konnte. Ein Siedlungsgebiet wurde durch einen kleinen Bach entlang einer Allee aus Pappeln abgegrenzt. Davor stand ein Heizwerk, längst dem Verfall anheimgegeben, aus dem ein Schornstein vierzig Meter in den sozialistischen Himmel ragte. Wenn man an dem Werk und dem Schornstein vorbeikam, dann den Bach übersprang, konnte man unbekümmert durch die Felder stromern. Das Ziel: Eine stille Kiesgrube. Irgendwo im Nirgendwo. Am Ufer schwebte ein ausgedienter Schaufelbagger, von dem zu springen die Mutprobe überhaupt war. Sobald es Sommer wurde, begannen die Eltern aus der Siedlung, ihre Kinder in der Abenddämmerung zu suchen - und fanden sie meist am Baggersee, den sie für »viel zu gefährlich« erachteten, um dort zu baden oder zu spielen. Den Kindern machte das nichts. Sie verehrten ihre Felder und ihren See, hatten Kletten an den Hosenbeinen und rochen nach Schlamm.

Ich wühle schneller und fingere kurzatmig in meiner Brusttasche. Während das Auto abbremst, mache ich mir schließlich bewusst: Es hat keinen Sinn, weiter zu suchen, der Ausweis ist nicht da. Wir blinken und biegen nach rechts auf eine neu beteerte Auffahrt. Vor uns erheben sich machtvolle Mauern, linker Hand gibt es einen Park- platz für Besucher des Gefängnisses...

Feedback

28. November 2017, Lesung aus "Voll verknallt", Regelschule Remptendorf
91 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 bis 9 und sechs Lehrer nahmen an der Veranstaltung teil. In der Veranstaltung stellten sechs Schüler der Regelschule Bad Lobenstein und zwei Schüler der Regelschule Remptendorf ihre Texte aus dem Buch „Voll verknallt“ vor. Dieses Buch ist das Ergebnis einer Schreibwerkstatt mit dem Autor. Die Veranstaltung war gut organisiert und sehr lehrreich. Die Schüler fanden die Idee gut, die Geschichten anderen Schüler vorzustellen. Positiv bewerteten die Schüler, dass sie so viel Unterstützung für ihr Projekt bekamen. Einzelne Schüler interessieren sich nicht fürs Schreiben oder Geschichten lesen und fanden die Veranstaltung dementsprechend nicht gut (langweilig).

Gerne möchten Schüler die Idee einer eigenen Schreibwerkstatt übernehmen. Die Schülersprecher wollen die Anzahl interessierter Schüler ermitteln und überlegen sich, wie sie eine Schreibgruppe gemeinsam mit Herrn Ritze organisieren können.


9. November 2017, "Es ist nicht cool, ein Gangster zu sein", Jugendhaus Fritzer Erfurt
Ronny Ritze lieferte einen Einblick in den Alltag von Jugendstrafgefangenen und entführte mit erschreckend ehrlichen Geschichten in die oft sensiblen Lebenswelten straffällig gewordener Jugendlicher. Der Autor berichtete über "seinen Weg" in den Jugendknast als Schreibtrainer und verdeutlichte mit Hilfe verschiedener Schicksale, wie hilfreich oder sinnvoll ein Gefängnisaufenthalt ist.
Eine Teilnehmerin sagte nach der Veranstaltung: "Ich fand die Veranstaltung klasse! Ich bin der Meinung, dass sowohl Jugendliche im ,Problemalter' als auch angehende PädagoInnen zahlreiche nützliche Informationen aus dem Vortrag entnehmen konnten. Entsprechend einiger Gesichter konnte man annehmen, dass es den einen oder anderen Teenie zum Nachdenken angeregt hat, was ein sehr guter Ansatz zur Gewaltprävention ist."

26. September 2017, Lesung "Schwer gezeichnet - Jugend hinter Gittern", Stadtbibliothek Bad Berka
Die Veranstaltung von Herrn Ritze war sehr professionell und sehr genau auf die Jugendlichen zugeschnitten. Herr Ritze versteht es sehr gut, Themen, die die Jugendlichen interessieren, anzusprechen und diese entsprechend aufzubereiten. Die Lesung hätte sogar noch länger dauern können, es wurden viele Fragen gestellt. Die Lehrerinnen waren ebenfalls sehr angetan und werden das Themenfeld Jugendkriminalität und deren mögliche Folgen nochmals im Unterricht aufgreifen.

15. Dezember 2016, Lesung "Schwer gezeichnet - Jugend hinter Gittern", Café Nerly Erfurt
In der Veranstaltung stellte der Autor Ronny Ritze Texte aus seiner Aufsatzsammlung "Schwer gezeichnet - Jugendliche hinter Gittern" den Schülern und Lehrkräften vor. Dabei wurden Beiträge von inhaftierten Jugendlichen aus der Jugendstrafanstalt Arnstadt vorgestellt. Darüber hinaus berichtete Herr Staatsanwalt Strewe spannende Fälle aus seiner täglichen Arbeit. Anschließend konnten die TeilnehmerInnen in einer Diskussionsrunde ihre Fragen zum Thema an Herrn Ronny Ritze und Staatsanwalt Strewe stellen.