André Pfeifer
André Pfeifer

99444 Mellingen OT Köttendorf

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andré-pfeifer.de
1. Klasse, 2. Klasse, 3. Klasse, 4.Klasse

Biografisches

Wurde in Weimar geboren. Er besuchte die Friedrich-Leßner-Schule Blankenhain bis 1984 und erlernte den Beruf eines Feinoptikers mit Abitur bei Carl-Zeiss-Jena. Nach der Wende studierte er in Friedberg und Jena Elektrotechnik und Physik. Er entdeckte vor einem Abschluss seine Reiselust und hielt sich seit 1994 mehrere Monate im Jahr im Ausland auf (Australien, Israel, Jordanien, Ägypten, Äthiopien, Alaska). Zwischenzeitlich Arbeit als Polier im Tiefbau. 1999 begann er mit selbst produzierten Reisediashows tätig zu sein. Seit 2006 schreibt André Fantasybücher für Kinder und Jugendliche.

Bibliographie

"Naterra - Die Schwerter von Terr", Fantasyroman,Verlag Wieselflink, Rudolstadt 2015.

"Naterra - Traumkinder", Gedichtband, 2014.

"Naterra - Das Buch von Terr", Fantasyroman, Verlag Wieselflink, Rudolstadt 2011.

"Die Flucht der Tiere", illustriertes Kinderbuch, Verlag Wieselflink, Rudolstadt 2011.

"Die Geschichte von Fuchs und Dachs", illustriertes Kinderbuch, Verlag Wieselflink, Rudolstadt, 2010.

"Naterra – Die Schwerter der vier Elemente", Kinderroman, Verlag Wieselflink, Rudolstadt, 2009.

"Traumkinder – Die vier Elemente, Wasser", illustriertes Kinderbuch,  2007.

Themenangebot

Lesungen aus seinem Buch "Traumkinder – Die vier Elemente" sind sehr gut für die Klassenstufen 1-4 geeignet, da sie in den Unterricht im Fach Ethik eingebunden werden können. Seine Buchhelden finden stets gewaltfreie Wege, um das Böse zu erlösen und nicht zu vernichten. Naturnähe und gewaltfreie Konfliktlösungen stehen neben spannender und bildhafter Erzählweise im Mittelpunkt. "Die Kinder sagen, man kann sich alles so gut vorstellen. Ich finde das auch ..."

(Kathrin Reuß, Grundschullehrerin Blankenhain).

Leseprobe

Naterra - die Schwerter der vier Elemente

Marc ergreift sein Schwert und pflügt durch den Sand auf die Hexe zu. Rasend vor Wut schlägt er auf sie ein. Rechts. Links. Wieder rechts und dann von oben. Er treibt sie bis zu den Felsen. Das Zauberschwert verstärkt seinen Hass tausendfach. Doch je heftiger er auf sie einschlägt, desto leichter fällt es ihr, ihn abzuwehren. Marc sieht die Hexe vor den Felsen stehen. Sie hält das schwarze Buch in einer Hand und ihr Schwert in der anderen. Er hat sein Schwert mit beiden Händen gepackt.

Er kann ihr nicht beikommen. Erschöpft hält er inne. Er stützt sich auf sein Schwert und atmet schwer. Fiona. Er kann sie nicht vergessen. Er kann keinen klaren Gedanken fassen. Er will nur diese Hexe besiegen. Aber wie? Sie ist so stark.

Plötzlich fällt es ihm auf. Enola, Ken und Miriamel haben nie durch einen Kampf gewonnen. Sie haben immer die Energie ihrer Zauberschwerter freigesetzt und diese dabei zerstört. Marc betrachtet sein Schwert. Erde. Es ist aus Erde gemacht. Er blickt sich um. Hier ist alles kahl, weil es nur Steine und Sand gibt. Der Fluss führt genügend Wasser, um die ganze Gegend zu begrünen.

Marc richtet sich auf. Die Hexe steht siegesgewiss vor ihm. Der Junge geht auf sie zu. Er hebt das Schwert über seinen Kopf. Die Hexe macht sich bereit, weiter zu kämpfen. Sie genießt seinen Zorn. Aber Marc schlägt nicht auf sie ein. Er schaut in ihre sprühenden Augen und in diesem Moment spürt er ihre wahre Natur. Seine Wut und sein Hass werden in einem einzigen Augenblick ausgelöscht. Marc spricht seine Gedanken aus. „Du bist nicht von dieser Welt! Und in deiner Welt bist du keine Hexe. Und du bist nicht böse. Kehre zurück in deine Welt. Geh nach Hause. Du bist keine Hexe!“ Mit diesen Worten schlägt er sein Schwert mit voller Wucht neben der Hexe gegen den Felsen. All seine Kraft liegt in diesem Schlag. In dem Moment, als das Schwert den Felsen trifft, wird es auseinander gerissen. Eine gewaltige Eruption aus Erde schleudert die Hexe und ihr Schwert gegen die Felsen. Die Hexe zerbirst in einer Wolke aus grauem Dunst.

Ein Mädchen erwacht aus einem bösen Traum. Es findet sich in einem hellen Raum wieder. Das Summen irgendwelcher Geräte wird von einem eigenartigen Piepton überlagert. Das Mädchen will sich aufrichten, aber es fühlt sich so schwach. Als es sich umschaut bemerkt es Schläuche und Kabel, die an ihm befestigt sind. Was ist hier passiert? Angst befällt das Mädchen. Es will um Hilfe rufen, aber kein Laut kommt über seine Lippen. Plötzlich fliegt die Tür auf. Ein Mann und eine Frau in weißen Kitteln stürzen in den Raum. Das Mädchen hebt den Kopf und sieht, wie sie stehen bleiben und freudig herüberschauen. Dann schiebt sich ein Mann in Jeans und Pullover an ihnen vorbei.

„Papa …“ Die Stimme des Mädchens ist leise. „Papa, wo sind wir hier? Was …?“

„Alles ist gut. Keine Angst. Du hast geschlafen. Du hast lange geschlafen. Sehr lange?…

Jetzt ist alles wieder gut. Du hattest einen Unfall. Aber du wirst wieder gesund. Ruh dich noch ein wenig aus. Ich bleibe hier an deinem Bett.“ „Papa, ich hatte einen bösen Traum. Ich war eine Hexe …“ Erschöpft sinkt sie in die Kissen zurück. Sie denkt an ihren Traum und versucht sich vorzustellen, was in der Traumwelt geschieht, nachdem der Junge sein Schwert zerschlagen hat.

Unablässig sprüht die Erde in alle Richtungen. Sie vermischt sich mit dem Sand und bedeckt die Felsen. Bald ist sie überall. Die Zauberkräfte des Schwertes sind freigesetzt. Sie lassen die ersten Blumen sprießen. Büsche und Bäume spenden bereits Schatten.

 

 

 

Leseprobe aus "Die Geschichte von Fuchs und Dachs"

 

„Der Uhu meint, der Weg sei weit,
besser wär’, man ginge zu zweit.
Aber ich bin schwach und alt.
Der Bär ist das stärkste Tier im Wald.
Er kennt auch der Berge Höhen,
doch er ist faul und will nicht gehen.

 

Mit Honig könnten wir ihn locken, Honig ist sein Leibgericht.
Nur geben ihn dir die Bienen nicht.
Aber aus den Blüten an diesem Strauß
holen die Bienen den Nektar heraus.
Und wir bekommen im Tausch
den gewünschten Honig frei Haus.“

 

Die Bienen freuen sich wirklich sehr.
Um dem Stern zu helfen, geben sie etwas mehr.
Der Bär sieht den Honig mit großen Augen:
„So viel? Ich kann es kaum glauben.“
„Ein wenig zum Naschen, damit du guter Laune bist.
Den Rest, wenn die Aufgabe erledigt ist.“

 

Dann geht es los, die Zeit ist knapp.
Fuchs und Stern auf dem Bär und vorwärts im Trab.
Der Bär hat den Honig im Blick,
so will er schnell hin und wieder zurück.
Doch der Weg ist weit und geht steil nach oben,
wo an des Berges Flanken die Stürme toben,
wo Schnee auf Weg und Felsen liegt
und der Bär mit der Angst es kriegt.

 

 

Leseprobe aus "Naterra - Das Buch von Terr"

 

Wir haben angehalten.“ Lisann starrt aus dem Fenster und denkt an das Buch. Dann läuft sie panisch durch die Kabine. „Verdammt noch mal! Ist es denn niemals vorbei? Du verfluchte Seilbahn, wieso fährst du nicht weiter?“ Lisann tritt mit den Füßen gegen die Wand der Kabine. Sie schlägt mit den Händen gegen das Plexiglas der Fenster. Sie tobt und weint. „Na los, fahr weiter! Bring uns da hinauf! Fahr endlich weiter!“ Ihre Stimme wird leiser und versagt. Lisann lehnt schluchzend am Fenster und starrt in das Gewitter hinaus.

Enola steht starr vor Schreck. Alles ist aus. Sie sind kurz vor dem Ziel und schaffen es nicht. Und dieses Mal können sie nichts tun. Sie können nicht klettern, rennen, springen, schwimmen. Sie sind gefangen in einer Seilbahn über einem Abgrund, den sie im Nebel nicht einmal sehen können. Enola bringt kein Wort heraus.

In einer plötzlichen Bewegung fährt Lisann herum und stürzt zu dem kleinen Fenster an der Kabinentür. Hastig schiebt sie es auf. „Gib mir das Buch, Enola. Ich werfe es hinunter. Dann hört der Spuk auf. Dann hat das Buch gewonnen, aber dir wird nichts geschehen.“ Enola tritt zurück und schüttelt den Kopf.

„Bitte, Enola …“

Ein kräftiger Ruck geht durch die Kabine. Die Fahrt geht weiter. Lisanns Augen leuchten auf. Und im selben Moment verlischt ihr Glanz. „Sie fahren uns wieder nach unten.“ Erneut blitzt es. Donner rollt den Berg hinab. „Wir haben verloren, Enola. Gib mir das Buch. Ich werfe es hinunter.“ Aber Enola hört ihr nicht mehr zu. Ihr Blick ist auf die Decke der Kabine gerichtet. Die Wespe kreist laut summend unter einer Klappe, die auf das Dach der Gondel führt. Und in Enolas Kopf nimmt ein Gedanke Gestalt an, der einfach und gleichzeitig ungeheuerlich ist, ein Gedanke, der augenblicklich von ihr Besitz ergreift und ihr Schicksal besiegeln soll. „Es sind zwei Gondeln. Sie sind miteinander verbunden. Während unsere hinunterfährt, fährt die andere nach oben. Richtig?“

Lisann erstarrt, als sie ahnt, was Enola vor hat. Will sie von ihrer Kabine auf die andere springen, die nach oben fährt? Lisann öffnet den Mund. Schnell atmend schüttelt sie den Kopf. „Nein, Enola, nein! Dein Vater bringt mich um. Niemals! Das mache ich nicht mit!“

„Mein Vater bringt dich nicht um. Er hat dich gern. Das Buch bringt dich um, uns alle, die ganze Welt! Lisann, hilf mir!“ Enola legt den Eispickel ab und klettert zwischen Wand und Haltestange nach oben. Sie steht mit einem Fuß im offenen Fenster und bewegt die beiden Riegel der Dachklappe. Mit einem Aufschrei schlägt sie die Klappe nach oben. Die Wespe schwirrt hinaus. Regen fällt herein. Wieder zerreißt ein Donnerschlag die Luft. Enola versucht sich hinauszuziehen. Sie schafft es nicht. „Hilf mir, Lisann!“

Unter Tränen schüttelt Lisann den Kopf. „Ich kann das nicht.“ Dann schreit sie ihre Verzweiflung hinaus. „Ich kann das nicht, Enola! Das musst du doch verstehen!“

Enola baumelt in der offenen Dachluke. „Ich verstehe gar nichts! Soll alles umsonst gewesen sein, was wir durchgemacht haben? Wir haben es dir versprochen! Du hast es deinem Großvater versprochen …“ Dann schreit auch Enola. „Die Seilbahn, Lisann! Da kommt die Seilbahn! Hilf mir hinaus! – Lisann!“

Mit einem Satz steht Lisann unter Enola und schiebt sie durch die Dachluke. Dann stürzt sie zum Eispickel und hält ihn in die Öffnung der Luke. „Der Eispickel, Enola!“ Sie spürt, wie Enola ihn ihr aus der Hand zieht. Dann ist die andere Gondel neben ihrer Kabine. Entsetzt bemerkt Lisann den großen Abstand zwischen den beiden Kabinen.

 

 

Leseprobe "Naterra - Die Schwerter von Terr"

 

Enola beobachtet den Hieb, den der Dämon an der Felskante ausführt. „Nein!“ Ihr durchdringender Schrei mischt sich mit dem Krachen des Baumes in der Schlucht. Wütend erhebt sie sich und sucht Wyns Schwert im Matsch. Es strahlt noch immer. Sie stolpert auf das Schwert zu. Es muss ihr gelingen, das Schwert zu führen. Sie weiß nicht, ob sie kämpfen will, aber der Dämon soll es nicht bekommen. Allein dieser Gedanke gibt ihr die Kraft, niederzuknien und das Schwert mit beiden Händen zu ergreifen. Enola steht auf und reißt das Schwert nach oben. Voller Entsetzen bemerkt sie, wie schwer es ist.

Das Schwert ist nicht für sie bestimmt. Sie schwankt, aber sie gibt nicht auf. Wenn sie es über die Felskante in die Tiefe werfen könnte … Aber von der Schlucht her bewegt sich der Dämon auf sie zu, es wird dunkel. Enola beginnt, sich zu fürchten. Sie kann sich kaum rühren. Krampfhaft hält sie das Schwert vor ihrem Körper. Sie kann nicht damit kämpfen. Was kann sie tun?

Reden! Der Dämon hat eine Vergangenheit. Er war ein Mensch, ein guter Mensch, nach dem zu urteilen, was sie geträumt hat. Sie kann mit ihm reden. Vielleicht findet sie einen Weg zu seinem Herzen. Enola nimmt die Wespe wahr, die den Dämon überfliegt und sich dann auf ihre Schulter setzt. Sie blickt das kleine Tierchen an. Die Wespe ist alles, was ihr geblieben ist. Ein Anflug von Glück lässt sie ihre Stimme finden. Sie schaut in das Dunkel unter der Kapuze des Dämonen. „Ich habe gesehen, wer du warst, bevor das Böse in dein Herz einzog.“

Der Dämon kommt drohend näher.

Enola streckt ihm das Schwert entgegen und funkelt ihn an. „Du bist ein guter Mensch. Warum …“

„Ich bin kein guter Mensch!“ Die Stimme des Dämonen hallt von den nahen Felsen wider. Er bleibt vor Enola stehen. „Ich habe meine Frau allein zurückgelassen. Ich habe eine Armee gegen mein Volk geführt, eine Armee, die auch Unschuldige vernichten sollte. Ich habe Krieger ausgesandt, um Kinder zu entführen, einzig um eure Schwerter zu bekommen. Ich will die Natur vor den Menschen bewahren, mit allen Mitteln, die dazu nötig sind, ohne Rücksicht auf einzelne Menschen selbst. So etwas kann kein guter Mensch tun. Und nun gib mir das Schwert!“

„Nein, niemals!“ Enolas Hände zittern unter der Last des Feuerschwertes. „Sieh auf das Ödland da draußen. Zu viel Unheil wurde mit diesen Schwertern angerichtet, als Menschen sie führten, die Hass in ihren Herzen trugen.“ Entschlossen schaut Enola dem Dämon in die Augen. Sie wird ihm sagen, was sie und Wyn vorhatten. „Wyn und ich …“ Enola zwinkert ihre Tränen weg bei dem Gedanken an Wyn. „… wir brauchen die Zauberkraft der Schwerter. Wir wollen die Gletscher schmelzen, um das Ödland zu bewässern, damit es wieder blüht. Wäre das nicht die Natur, die du dir wünschst?“