Antonia Kraus
Antonia Kraus

98617 Meiningen

(0172) 6884686
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Kindergarten, 1. Klasse, 2. Klasse, 3. Klasse, 4.Klasse, 5. Klasse, 6. Klasse, 7. Klasse, 8. Klasse, 9. Klasse, 10. Klasse

Biografisches

Geboren 1995 in Meiningen. Bis 2010 Besuch des örtlichen Gymnasiums, seitdem mathematisch-naturwissenschaftliche Spezialklasse in Ilmenau. Seit 2002 Verfassen von Kurzgeschichten, später auch Büchern. Arbeit an "Weltenstrudel" begann im Alter von 13 Jahren. 2014 Abitur an der Goetheschule Ilmenau, seidem Studium Mathematik und Statistik in München an der LMU.

Bibliographie

"Xaverna - Stauffenberg fährt Rad", Knabe Verlag Weimar, 2014.

"Weltenstrudel", Papierfresserchens MTM-Verlag, 2010.

"Ein Zauberzug nach Afrika", steinbach sprechende bücher, 2016.

Themenangebot

Lesungen für Kinder und Jugendliche der Altersgruppe 12 bis 15 Jahre.

 

Achtung:

Da die Jungautorin in München studiert ist es notwendig, Lesungstermine mit ihr rechtzeitig abzusprechen.

Leseprobe

aus "Zauberzug"

Fasziniert betrachtete Kalle das Loch, das er vor dem Mittagessen im Garten gegraben hatte. „Es ist gar kein Boden mehr zu sehen“, sagte er zu sich selbst. „Ist das Loch etwa gewachsen? Ich werde meine Holzeisenbahn holen, dann sehe ich ja, wie tief es wirklich ist.“

Gesagt, getan. Kalle hielt die Lok der Holzeisenbahn fest umklammert, während er den Zug in das Loch schob. Die Eisenbahn war ziemlich lang, eigentlich müsste er damit auf den Boden des Lochs stoßen. Doch plötzlich rutschte ihm die Lok aus der Hand. „Nein!“, rief Kalle entsetzt, als seine geliebte Eisenbahn immer tiefer und tiefer und tiefer in das Loch fiel, bis nichts mehr von ihr zu sehen war. Ohne zu zögern sprang Kalle hinterher.

Er fiel… und fiel… und fiel…

Auf einmal hatte er wieder Boden unter den Füßen. Kalles Herz klopfte so laut, dass es bis nach Amerika zu hören sein musste. Erschrocken sah er sich um. Wo war er nur gelandet? Jedenfalls nicht in seinem Garten, so viel war sicher. Um ihn herum gab es nur endlos weite Felder, hohes, trockenes Gras und einen schmalen, staubigen Weg, auf dem sein Zug aus Holz stand. Unsicher griff Kalle nach der Eisenbahn und schloss beide Arme um das Holz.

Es war unglaublich heiß, die Sonne brannte so erbarmungslos auf Kalle nieder, dass er glaubte, seine Haut müsste in wenigen Minuten ganz rot und verbrannt sein.

„Nanu, mein Junge, wo kommst du denn so plötzlich her?“, fragte jemand hinter ihm. Blitzschnell drehte Kalle sich um. Vor Staunen fiel seine Kinnlade herunter: Hinter ihm stand ein uralter Mann, der eine so dunkle Hautfarbe hatte, wie Kalle sie noch nie zuvor gesehen hatte.

„Ich… ich bin Kalle“, sagte er schließlich. „Ich komme aus München. Kannst du mir sagen, wo ich hier gelandet bin?“
„Gewiss“, sagte der Alte.
„Und kannst du mir helfen, zurück nach Hause zu kommen?“
„Gewiss“, sagte der Alte noch einmal.
„Und kannst du mir auch erklären, wie ich hierher gekommen bin?“, fragte Kalle weiter.
„Gewiss“, sagte der Alte wieder und begann zu erzählen.