Annerose Kirchner
Annerose Kirchner

07545 Gera

(0365) 8002110
...
www.annerose-kirchner.de
3. Klasse, 4.Klasse, 5. Klasse, 6. Klasse, 7. Klasse, 8. Klasse, 9. Klasse, 10. Klasse, 11. Klasse, 12. Klasse

Biografisches

1951 in Leipzig geboren und in Zella-Mehlis (Thüringer Wald) aufgewachsen. Tätigkeiten in einer Zeitungsredaktion und am Theater. Studium am Institut für Literatur in Leipzig. Seit 1979 in Gera, ab 1989 freie Autorin. Teilnahme an internationalen Poesiefestivals, u. a. 1986 in Struga, Mazedonien, 1995 in Genua, Italien. Annerose Kirchner  ist Mitglied im Lese-Zeichen e. V. Jena, in der Literarischen Gesellschaft Thüringen, im Bibliotheksförderverein Buch und Leser e. V. Gera und in PEN-Zentrum Deutschland.

Bibliographie

"Spurlos verschwunden. Dörfer in Thüringen - Opfer des Uranabbaus", 2. Auflage Ch. Links Verlag, Berlin 2017.

"Dix und Dix. Auf den Spuren eines Familiennamens", Verlag Erhard Lemm, Gera, 2014.

"Traumzeit an der Geba", Reportagen, Wartburg-Verlag Weimar, 2005.

"Keltischer Wald", Gedichte, quartus-Verlag Bucha bei Jena, 2001.

"Der Rausspeller. Begegnungen mit Thüringer Handwerkern", Reportagen, quartus-Verlag Bucha bei Jena, 1999.

"Alfred Traugott Mörstedt. Gespräche Texte Bilder", Künstlermonografie Rudolstadt, 1997.

"Zwischen den Ufern", Gedichte, burgart-presse Rudolstadt, 1991.

"Im Maskensaal", Gedichte, Aufbau-Verlag Berlin, 1989.

"Mittagstein", Gedichte, Aufbau-Verlag Berlin, 1979.

 

Zahlreiche Veröffentlichungen von Lyrik und Prosa in Anthologien - Auswahl:

"100 poesie dalla DDR", Isbn Edizioni, Milano 2009.

"Lyrik der DDR", S. Fischer Verlag Frankfurt am Main, 2009.

"100 Gedichte aus der DDR", Hörbuch, Patmos Verlag Düsseldorf, 2009.

"100 Gedichte aus der DDR", Verlag Klaus Wagenbach Berlin, 2009.

"Pechblende und Meerrettich". Literarische Reportage. In "Altenburg. Provinz in Europa", Lindenau-Museum Altenburg Verlag für moderne Kunst Nürnberg, 2007.

"Ich wandle unter Bäumen. Die schönsten Gartengedichte", Aufbau-Verlag Berlin, 2002.

"Von einem Land und vom andern", Gedichte zur deutschen Wende, Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main und Leipzig, 1993.

"Grenzfallgedichte", Aufbau-Verlag Berlin, 1991.

"Wenn wir den Königen schreiben", Luchterhand Darmstadt, 1988.

"Die eigene Stimme – Lyrik der DDR", Aufbau-Verlag Berlin, 1988.

"Goethe eines Nachmittags", Aufbau-Verlag Berlin, 1979.


Mitarbeit an Künstlerbüchern und Herausgaben - Auswahl:

"Die Suppe auf dem Tisch" in "Ulrich Fischer. Künstler in Thüringen, Band 9", Rudolstadt, 2004.

"Der Otternkönig vom Zoitzberg", Sagen aus Ostthüringen, Zella-Mehlis, 1995.

"Doppelkopf",1992.

Themenangebot

Annerose Kirchner bietet verschiedene Programme und Schreibwerkstätten an, die mit kurzen Lesungen verknüpft sind. Im Mittelpunkt steht das aktive und kreative Mitgestalten besonders der jüngeren Schüler (z. B. das Verfassen eigener kleiner Märchen und Sprachspielereien).

Für Schüler der 3. und 4. Klassen: Begegnung mit der Welt der Märchen und Sagen, vor allem aus Thüringen. Es besteht die Möglichkeit einer Sagenwanderung (mit einer Schulklasse) zu ausgewählten Sagenorten.

Für Schüler der 11. und 12. Klassen, vorrangig Deutsch-Leistungskurs erzählt und diskutiert die Autorin über altes Thüringer Handwerk und liest aus ihren Gedichtbänden.

Ein weiterer Komplex widmet sich den verschwundenen Dörfern in Thüringen, die durch den Uranbergbau und ihre Lage an der einstigen innerdeutschen Grenze zerstört wurde. Hauptthema ist hier die Frage: Was ist Heimat und was bedeutet sie in unserer globalisierten Welt?

Leseprobe

„Spurlos verschwunden. Dörfer in Thüringen – Opfer des Uranabbaus“

Aus dem Kapitel „Kirschbude und Arbeiterstreik. Katzendorf: Annita Meyer vermisst nicht nur den Stundenstein vorm Haus“

 

„Das ist die Straße von Katzendorf nach Culmitzsch, unsere wichtigste Verbindung“, sagt Annita Meyer und zögert. „Hier stimmt aber was nicht. Der Dorfteich ist auf der falschen Seite. Der war doch bei uns gleich vorm Haus, gegenüber von unserem Garten.“ Sie dreht und wendet die Zeichnung, und wir vergleichen mit dem Messtischblatt von 1906. In Katzendorf Nummer 8, mit Blick auf den Dorfteich, an der Straße Richtung Culmitzsch, wohnte Annita Meyer. „Da standen Eschen, Eichen und Kastanien. An diesen Bäumen orientierten sich die Bewohner im Frühjahr. Wir haben immer gesagt: Grünt die Esche vor der Eiche, gibt’s 'ne große Bleiche. Grünt die Eiche vor der Esche, gibt’s 'ne große Wäsche.“ Sie verhaspelt sich gleich mit dem Reim, beginnt wieder von vorn, lacht und muss sich kurzatmig räuspern. „Bin ja auch nicht mehr die Jüngste, mit 76.“

Annita Meyer sieht ihr Dorf immer wieder vor sich. Sie kennt noch jedes Haus, weiß, wie die Wege verliefen, nach Culmitzsch im Nordwesten, Trünzig im Osten, Großkundorf im Westen und Sorge im Süden. Sie weiß genau, wo der Schafstall vom Rittergut stand oder der Wasserbehälter und kennt die Lage der Felder. „Die ganzen großen Dinger hier rechts von der Straße, das waren Rittergutsfelder. Und sie erinnert sich noch ganz genau an die sechs Gehöfte, ihre Besitzer, an das Rittergut und an die Neubauernstellen oben auf der Hochfläche über der Culmitzscher Talmulde, am Nordrand es vogtländisch-thüringischen Schiefergebirges.

 

Anmerkung: Der kleine Ort Katzendorf (1945: 65 Einwohner) wurde 1952 geräumt und abgerissen. Wie mehrere andere Orte in der Region rund um das ostthüringische Ronneburg verschwand er im Zuge des fortschreitenden Uranbergbaus von der Landkarte.

 

 

Die Nixe bei Meilitz

Sage aus dem Band „Der Otternkönig vom Zoitzberg – Sagen rund um Gera, mit ausgewählten Sagen aus Ostthüringen von A – Z“, ausgewählt und teilweise überarbeitet von Annerose Kirchner.

 

Ein Weidaer Fleischergeselle hatte Zoff mit einer Elsternixe. Sie besuchte ihn sogar im Schlachtraum. Ob sie Appetit auf Leberkäse und Rotwurst hatte? Sie störte den jungen Mann erheblich bei der Arbeit. Wollte er vom Rind- oder Schweineteil ein Stück abhacken, hielt sie es fest. Wenn er den Meister holte, floh die hartnäckige Nixe.

Als der Geselle wieder einmal über den Elstersteg bei Meilitz ging, sah er im Wasser einen Strick schwimmen. Gerade richtig für meinen Hund zum Anbinden, dachte er und bückte sich zum Wasser. Da fassten ihn auch schon die Nixen und zogen ihn hinab. Weil sie abgewiesen wurden, hatte sich die hartnäckige Nixe aus Rache mit ihren Gefährtinnen verschworen. War sie in den jungen Fleischergesellen verliebt? Er konnte darüber keine Auskunft mehr geben, aber sein Stöhnen und Jammern hörten die Vorübergehenden oft.