Anne Gallinat
Anne Gallinat

07318 Saalfeld

(03671) 516642
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Kindergarten, 1. Klasse, 2. Klasse, 3. Klasse, 4.Klasse, 5. Klasse, 6. Klasse, 7. Klasse

Biografisches

Geboren 1965 in Potsdam-Babelsberg. Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen in der Fachrichtung Filmwissenschaften und Dramaturgie. Diplom 1990. Danach verschiedene Tätigkeiten u.a. im Filmmuseum Potsdam, im Spielhaus Richtersche Villa Rudolstadt sowie als Stadtführerin. Seit 1999 als freiberufliche Autorin tätig. Leitet eine Schreibwerkstatt in Saalfeld und gelegentlich Schreibkurse am Gymnasium und der Kreisvolkshochschule Saalfeld-Rudolstadt. Zudem Durchführung von Projekten mit Schülern am Stadtmuseum Saalfeld. Vorsitzende des Verbandes deutscher Schriftsteller in Thüringen.

Auszeichnungen

Thüringer Autorenstipendium der Thüringer Staatskanzlei 2016, für die Arbeit an dem Romanprojekt .„Unterm Dach“.

Abgeschlossen sind die Arbeiten an dem Manuskript für das Jugendbuch „Jannes Villa“, das mit einem Autorenstipendium des Thüringer Kultusministeriums im Jahr 2011 gefördert wurde. Voraussichtliche Veröffentlichung im März 2018.

Stipendium der Kulturstiftung Thüringen 2015, „Ich habe kein spannendes Leben“ -"Literarische Portraits von Hartz -IV-Empfängern"

Stipendium der Kulturstiftung Thüringen 2013, für die Arbeit an dem Roman "Oleg Lomow"

Bibliographie

„Soko Kroko“; Marionettenspiel für das Stadtmuseum Saalfeld 2017

„Das Märchen von der traurigen Prinzessin“; Marionettenspiel; Stadtmuseum Saalfeld; 1916

„Hannes` Bistro“, Roman, überarbeitete Fassung, Verlag Tasten&Typen (E-Book Verlag); Tabarz 2015

"Honigtau", Anthologie "Bis bald im Wald", für Kinder (10-13 Jahre), KLAK Verlag 2015

„Hexenbart und Drosselmax – Kasper im Märchenchaos“, Marionettenspiel; Stadtmuseum Saalfeld, 2015

„Kaspers wundersame Reise nach Saalfeld“, Marionettenspiel; Stadtmuseum Saalfeld, 2014

„Der Prinz als Schweinehirt“, Marionettenspiel; Stadtmuseum Saalfeld, 2013

„Schweinelende mit Christkindeln“, Erzählung, Ostthüringische Zeitung, 2012

„Hochstand“, Erzählung, Thüringer Literaturzeitschrift „Der Palmbaum“, 2012

„Kasper in der Hölle“, Marionettenspiel für das Stadtmuseum Saalfeld, gefördert durch die Kulturstiftung Thüringen, 2011

"Die Geschichte von Louis Kann - Nicht", (illustriert von Marga Lenz), Anthologie "Paula in der Aula", Hrsg. FBK für Thüringen e.V., dorise-Verlag 2010.

"Hannes Bistro", Roman, Greifenverlag zu Rudolstadt & Berlin, 2010.

„Wie Brüderchen Roman geboren wurde“, Erzählung, Thüringer Landeszeitung, 2006

"Märchenzauber für die Grundschule", Märchenstücke für Grundschulklassen, Auer Verlag Donauwörth, 2006.

"Straßenhändler", Kinderbuch ab 10 Jahren, Wagner Verlag Gelnhausen, 2005.

"Der blutrote Ahornbaum", Roman, Wiesenburg Verlag Schweinfurt, 2004.

"Fidel Schnidel Lumpensack", Kinderbuch ab 8 Jahren, Manuela Kinzel Verlag Dessau, 2003.

 

Außerdem: Buchrezensionen und Theaterkritiken für die Thüringer Landeszeitung und Texte für den „Palmbaum“ (Literarisches Journal aus Thüringen)

 

Filmographie

Aber wenn man so leben will wie ich...“; Dokumentarfilm 1987; Dramaturgin

„Wartezeit“; Kurzspielfilm 1987; Drehbuchautorin

„Alles wird gut“; Dokumentarfilm 1990; Dramaturgin

„Schulpforta“; Spielfilmprojekt 1989; Drehbuchautorin; Arbeit in der Wendezeit abgebrochen

„Im Nest der Katze“; Dokumentarfilm 1990; Dramturgin

„Ich kann mich doch nicht in der Reue betäuben“; Dokumentarfilm 1990; Dramaturgin

Zur Zeit in Arbeit: Treatment für die Internetserie „Salty Tears“

Themenangebot

Themen wie soziale Konflikte bei Kindern, Toleranz,Integration, Ausgrenzung spielen in den Büchern eine wichtige Rolle.

Straßenhändler", "Fidel Schnidel Lumpensack", "Finja, Fedja - Handballmädchen" und "Ein Schwanz, ein Huf, zwei Hörnchen" sind für Grundschule geeignet. Bei "Straßenhändler" und "Fidel..." mit szenischem Nachspiel einer Szene. Bei "Ein Schwanz, ein Huf, zwei Hörnchen" wird mit kleinen, historischen Marionetten eine Szene nachgespielt. Diese Geschichte ist auch für Vorschulkinder geeignet.

Die Autorin bezieht die Schüler in die Lesung mit ein. Im zweiten Teil der Lesung gestalten die Kinder eine der vorgelesenen Textpassagen szenisch als Stegreifspiel nach.

Leseprobe

Ein Schwanz, ein Huf, zwei Hörnchen

Weil Maxi keinen Papa hat, wünscht sie sich ein Haustier. Ihre Mutti sagt: „Unsere Wohnung ist viel zu klein.“ Aber eines Tages hat Maxi eine Idee. Sie weiß, dass sich in der Nähe ihrer Wohnung die Tierhandlung von Hans Hasenbein befindet. Etwas Taschengeld hat sie auch gespart. Aber Hans Hasenbein hat in seiner Tierhandlung nur Haustiere, die zu groß sind für die kleine Wohnung. Maxi ist verzweifelt.

 

Aber plötzlich hellen sich Herrn Hasenbeins Gesichtszüge auf. Er verschwindet in einem Raum hinter dem Laden und kommt mit einer winzig kleinen Schachtel zurück. In der winzig kleinen Schachtel liegt ein winzig kleines Wesen und schläft, wobei es leise vor sich hin schnarcht. Es sieht aus wie ein Püppchen aus Maxis Puppenstube. Aber im Unterschied zu Maxis Püppchen ist es lebendig. Allerdings fällt Maxi sofort auf, dass es eine ungewöhnliche Hautfarbe hat. Die Haut ist rosig-rötlich. Außerdem hat das winzige Wesen riesengroße Segelohren. Auf den Segelohren sitzt eine knallrote, gestrickte Pudelmütze mit einer schwarzen Bommel. Auch der kleine Schlafsack ist schwarz und rot gestreift. „Was ist das für ein Tier?“, fragt Maxi. Herr Hasenbein gerät in Verlegenheit. „Offen gestanden... Ich weiß es nicht. Vor drei Tagen stand die kleine Schachtel vor meiner Tür. Es frisst übrigens nur Möhrenbrei.“

Beim Anblick des kleinen Wesens schlägt Maxis Herz schneller. Es wirkt so hilflos. Deshalb entscheidet sie auf der Stelle: „Das nehme ich.“

Auf dem Rückweg kauft Maxi von ihrem restlichen Taschengeld ein paar Gläser Möhrenbrei. Frau Bolle schläft glücklicherweise noch, als Maxi nach Hause kommt. Doch wie nun weiter? Wo soll sie den Kleinen verstecken? Denn zunächst sollen weder Frau Bolle noch ihre Mutter etwas von dem seltsamen Haustier erfahren. Maxi schaut sich in ihrem Zimmer um. Und – hat eine Idee: ihre Puppenstube! Da hätte der Kleine eine richtige Wohnung und würde gar nicht auffallen. Doch plötzlich hört sie aus der kleinen Schachtel eine piepsige, aber durchdringende Stimme: „Möhrenbrei! Möhrenbrei! Ich will endlich Möhrenbrei!!!“ Maxi erschrickt: vor dem durchdringenden Stimmchen und davor, dass das kleine Wesen wie ein Mensch spricht. Außerdem staunt sie über die himmelblauen Augen des Kleinen. Der Kleine strampelt ungeduldig in seinem Schlafsack. „Ich habe Hunger! Hunger! Hunger!“ Maxi hat keine Zeit sich vom ersten Schrecken zu erholen. Sie holt aus der Puppenstube ein Schüsselchen und füllt etwas von dem Möhrenbrei hinein. Dann drückt sie dem Kleinen ein Löffelchen in die Hand. Doch der Kleine schleudert den Löffel weit weg, reißt die Schüssel mit dem Möhrenbrei an sich, schlürft den Inhalt mit einem schmatzenden Geräusch in sich hinein und schreit wiederum: „Möhrenbrei! Möhrenbrei!“ Es dauert eine Weile, bis der Kleine satt ist. Maxi muss ihre Neugier bremsen. Endlich schaut der Kleine sie zufrieden mit seinen himmelblauen Augen an und sagt: „Nun frag schon.“ „Was bist du für ein Tier?“, fragt Maxi. „Gar kein Tier“, sagt der Kleine. Dann denkt er eine Weile nach und verkündet schließlich triumphierend: „Ich bin ein Engel.“ Er beendet den Satz mit einem kleinen Pups. Maxi stellt fest, dass sich ein seltsamer Geruch in ihrem Zimmer ausbreitet. Es riecht ein bisschen nach faulen Eiern.

Maxi denkt: Ich muss den Kleinen bestimmt wickeln und baden. Sie gießt in die Puppenstubenbadewanne ein bisschen warmes Wasser. Da aber schreit der Kleine los: „Ich will nicht baden! Will nicht baden!“ Aus dem Wohnzimmer hört Maxi Geräusche. Wahrscheinlich ist Frau Bolle aus ihrem Nachmittagsschläfchen erwacht. Vorsicht ist geboten.

„Hör mal“, sagt Maxi, „wir müssen ganz doll aufpassen, dass dich niemand entdeckt. Wenn die Großen dich bemerken, darfst du ganz bestimmt nicht hierbleiben. Also Psscht und keine Bewegung, wenn jemand ins Zimmer kommt.“ Der Kleine verstummt auf der Stelle. Er lässt sich nun widerspruchslos aus seinem Schlafsack wickeln. Doch was muss Maxi entdecken? Der Kleine hat einen Schwanz mit einer Quaste. Und eins seiner Füße sieht aus wie ein Pferdehuf. Als Maxi ihm die Pudelmütze vom Kopf zieht, entdeckt sie, dass dort kleine Hörnchen sprießen. Einen kurzen Moment lang ist Maxi erschrocken. Als sie sich wieder gefasst hat, sagt sie zu dem Kleinen: „Du bist kein Engelchen. Du bist ein Teufelchen.“ Der Kleine fängt plötzlich bitterlich an zu weinen. „Ich will kein Teufel sein. Wenn ich groß bin, werde ich ein Engel.“

Maxi versucht, das Teufelchen zu trösten: „Ich habe dich auch als Teufel lieb. Außerdem: Teufel und Engel können doch ein bisschen zaubern. Wenn du etwas Gutes zauberst, dann wirst du bestimmt von ganz allein ein Engel.“ Das Teufelchen schnieft noch ein bisschen. Aber Maxi gelingt es endlich, ihn zu baden und ins Bett zu bringen. Höchste Zeit. Denn sie hört, dass die Mutti von der Arbeit kommt.

„Gute Nacht, kleines Teufelchen“, sagt Maxi. Sie legt ihn ins Puppenbettchen und deckt ihn ganz fest zu.