Jörg Dietrich
Jörg Dietrich

99423 Weimar

(03643) 903826
(03643) 903826
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dietrich-weimar.de
8. Klasse, 9. Klasse, 10. Klasse, 11. Klasse, 12. Klasse

Biografisches

Geboren (1967) lebt und arbeitet als Autor, Texter, Publizist und Kämpfer für die Thüringer Kulturlandschaft in Weimar. Nach dem Studium der Medienkultur arbeitete er viele Jahre als Produzent, Event- und Projektmanager. Jetzt ist er Geschäftsführer des Thüringer Kulturrats. Neben der belletristischen Arbeit publiziert er Beiträge und Sachbücher zu unterschiedlichen kulturgeschichtlichen Themen und leitet Literatur- und Schreibwerkstätten für Jugendliche und Erwachsene.

Bibliographie

Prosa

"Immer der Nase nach", Anthologie "Bis bald im Wald", KLAK Verlag 2015.

"Das ist Punk, Alter!", in: "Leck mich am Leben.", Punk im Osten, Hrsg. Frank Willmann, Verlag Neues Leben Berlin 2012

"Wie Henry mit einer Schwalbe fliegen lernte", in: "Zonenfußball, Von Wismut Aue bis Rotes Banner Trinwillershagen", Hrsg. Frank Willmann, Verlag Neues Leben Berlin 2011

"Israel en Miniature, Ein Reisetagebuch", in: "ISRAEL 2007, Augenblicke, Aussichten, Passagen", Edition Azur Dresden 2009

"Engelszunge", in: "ANNO 1900, Weimar - Eine literarisch-kulinarische Ausschweifung", Edition Azur Dresden 2008

"Weihnachten mit Rudi, Weihnachtsgeschichte der Thüringischen Landeszeitung", Wochenendbeilage 22. Dezember 2007

"Silberfischchen", Roman, Edition Burg Ranis 1999

 

Sachbücher

"Pogo im Bratwurstland - Punk in Thüringen", Hrsg. Anne Hahn, Landeszentrale für politische Bildung Thüringen 2009

"Satan, kannst du mir noch mal verzeihen - Otze Ehrlich, Schleimkeim und der ganze Rest", Hrsg. Anne Hahn und Frank Willmann, Ventil Verlag Mainz 2008/2014

"Da wo der Blues wohnt - Subkultur in Thüringen", in: "Wir wollen immer artig sein ..., Punk, New Wave, Hip Hop, Independend-Szene in der DDR", Hrsg. Heinz Havemeister und Ronald Galenza, Schwarzkopf und Schwarzkopf Verlag Berlin 1999/2005/2013

Themenangebot

Lesungen und Werkstätten Prosa sowie Geschichte des musikalischen Untergrunds in Thüringen und der DDR für weiterführende Schulen ab 8. Klasse.

Jörg Dietrich schreibt leidenschaftliche Geschichten über die kleinen Katastrophen des menschlichen Miteinander direkt aus unserer Mitte. Hier sind Lesungen und kleine Schreibwerkstätten möglich.

Auch einer Lesung mit weihnachtlichen Geschichten steht nichts im Wege. Außerdem sind bild- und tongestützte Vorträge zur Jugendkultur in der DDR, speziell der Punkbewegung, möglich.

Leseprobe

Das ist Punk, Alter!

Ich war mit Struppi bei dieser Party. Nichts Offizielles. Die Wohnung war voll der Punk. Ziemlich leergeräumt. In der Küche stand nur n alter Ofen. Kaum mehr als ne Matratze im Wohnraum. Aber die war dauerbelegt. Den ganzen Abend steckte dort irgend ne Hand in irgend ner Hose. Immer wieder. Immer andere. Mächtig was los auf dem Fleckentempel. Ne Anlage war natürlich auch da. Der Lärm zum Pogen musste ja wo herkommen. Zappelten auch echt viele Leute rum. Hat die Fummler auf der Matratze kaum gestört. Außer, es flog mal einer drauf auf die Turteltäubchen. Kurzer Aufschrei, kurzer Kick und weiter. Lustig. Ja, ich hab das immer n bisschen im Auge gehabt. Wollte eigentlich auch mal. Hat sich aber nichts ergeben. Hatte auch wieder zu schnell einen in der Krone. Und dann war die Party plötzlich zu Ende.

Nicht nur Struppi und ich standen völlig baff vor der Szene. Auch alle anderen, die es zufällig gesehen hatten. Ich bin mir sicher, dass gerade Holiday in Cambodia von den Kennedys lief. Weil alle dermaßen einen raus ließen. Pogo vom Feinsten. War voll der Hit damals. Und dann sah ich Heavy fliegen. Beim Hüpfen erwischte den ein Stoß mit voller Wucht am Brustkorb und er flog rückwärts aus der Menge. Aber er klatschte eben nicht an die Wand oder auf den Boden, sondern er flog durchs offene Fenster raus in die Botanik. Zweiter Stock. Schwups. Was für eine Scheiße. Irgend ein Penner hatte zwischendurch einfach das Fenster aufgemacht. War mir voll entgangen. Sollten wir nämlich eigentlich nicht. Wegen der Nachbarn. War aber trotzdem so. Zack. Und raus.

Eines der Mädchen machte gleich auf Schreianfall, weil sie den Sturz wohl mit ansehen musste. Eher den Aufprall. Sicher nicht lustig. Wir sind auch alle gleich runter. Wie die Blöden durchs Treppenhaus. Alle gleichzeitig. War fast schon wieder Party...