Ingrid Annel
Ingrid Annel

99189 Erfurt

(036201) 7556
(036201) 7556
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Kindergarten, 5. Klasse, 9. Klasse, 10. Klasse, 11. Klasse, 12. Klasse

Biografisches

1955 in Erfurt geboren. Pädagogikstudium Physik/Mathematik, Germanistik/Kunsterziehung. Bauarbeiterin in der Ukraine. Forschungsstudium Literaturwissenschaft, Lektorin, Buchhändlerin, Dramaturgin (Kabarett, dann Kinder- und Jugendtheater), selbstständige Musiklehrerin, Musikerin, Bücherclown, freiberufliche Autorin.

Auszeichnungen

Autorenstipendium der Thüringer Staatskanzlei 2012

Stipendien der Kulturstiftung Rhein-Neckar-Kreis 2015

Autorenstipendium der Thüringer Staatskanzlei 2017

Bibliographie

„Esel Erasmus unterwegs im sagenhaften Thüringen“, Bertuch Verlag Weimar 2017.

„Das große Weihnachtsbuch Thüringen“, Emons Verlag Köln 2017.

„Mein Thüringen-Buch – Wissensspaß für schlaue Kinder“, Emons Verlag Köln 2017.

„Von Riesen, Zwergen und versunkenen Schätzen – Sagen aus Thüringen“, Emons Verlag Köln 2016.

„Ein Huhn, so blau wie der Himmel“, OHRENBÄR-Rundfunk-Geschichte, RBB, WDR und NDR 2016.

„Halbes Bett“, Anthologie „Unicorns don't swim“, AvivA-Verlag Berlin 2016.

"Hexensee", Anthologie "Bis bald im Wald", KLAK-Verlag Berlin 2015.

"Lenas größter Wunsch", Amiguitos Verlag Hamburg 2015.

"111 Museen in Thüringen, die man gesehen haben muss", Emons Verlag Köln 2015.

"Die schönsten Märchenklassiker", Grätz Verlag Witzenhausen 2014.

"Mit 24 Geschichten durch den Advent", Anthologie, Esslinger Verlag Esslingen 2012. 

"Glücksdrachenpech", Bertuch Verlag Weimar 2012.

"Nehmt ihr am Wochenende die Kinder", Anthologie, Eulenspiegel-Verlag Berlin 2012.

"Das Badewannenwunder", Anthologie, Dreieck-Verlag Wiltingen 2011.

"Esel Erasmus braucht Lesefutter", OHRENBÄR-Rundfunk-Geschichte, RBB, WDR und NDR 2011.

"Die schönsten Bauernhofgeschichten rund ums Jahr", Schwager & Steinlein Verlag Köln 2011.

"365 Kindergeschichten", Schwager & Steinlein Verlag Köln 2011.

"Auf der Spur des Drachen", (illustriert von Ulrike Hirsch), Anthologie "Paula in der Aula", Hrsg. FBK für Thüringen e.V., dorise-Verlag 2010.

"Minuten-Geschichten für Kinder", Schwager & Steinlein Verlag Köln 2009.

"Fröhliche Kinderweihnacht", Schwager & Steinlein Verlag Köln 2009. 

"Er scheint zur Poesie Genie zu haben", Anekdoten über Friedrich Schiller (Mitautorin), Eulenspiegel-Verlag

Berlin 2009.

"365 Gutenachtgeschichten", Schwager & Steinlein Verlag Köln 2007.

"Ein Kind, zwei Zwerge, drei Hühner", märchenhafte Geschichten, Wartburg Verlag Weimar 2003.

"Erfurt", Verlagshaus Thüringen, Erfurt 1999.

"Apolda", Verlagshaus Thüringen, Erfurt 1993.

"Kyffhäuser und Vorland", Verlagshaus Thüringen, Erfurt 1992.

"Saalfeld", Verlagshaus Thüringen, Erfurt 1991.

Gedichte und Geschichten in Jahrbüchern des Kinderbuchverlages Berlin:

"Im Fußballtor steht Maus Mathilde", 1989.

"Kater Kasimir geht angeln", 1988.

"Vergnüglich brummt das Bärentier", 1987.

"Gespenst Mariechen spielt Posaune", 1986.

"Hinter einem Mäuerlein sitzt ein dickes Bäuerlein", 1984.

Themenangebot

Ingrid Annel bietet – je nach Altersgruppe – unterschiedliche Lesungen, Programme und Schreib-Workshops an.

„Dornröschen und das kleine Gespenst“

Erzähltheaterprogramm zum Zuhören und Mitmachen (für Kindergarten, 1. und 2. Klasse)

„Märchenhafte Geschichten und Sprachspielereien“

Geschichten und Gedichte, spannend, witzig, poetisch – auch als Anregung für Kinder, eigene Geschichten zu erfinden (2. - 5. Klasse)

„Lenas größter Wunsch“

Die Geschichte erzählt, wie sich Lena in eine neue, fremde Umgebung kommt und sich nach einer Freundin bzw. nach neuen Freunden sehnt.

Das Buch liegt in zweisprachigen Ausgaben vor (englisch, russisch, französisch, spanisch, italienisch, arabisch), kann also ggf. in mehreren Sprachen gelesen werden. (1. - 3. Klasse)

„Märchenhaft sagenhaft“

Die Autorin stellt eine Auswahl Thüringer Sagen vor, die sie für Kinder neu erzählt hat. Hier geht es u. a. darum, wem wir Märchen und Sagen zu verdanken haben, welche Unterschiede es gibt und warum z. B. Frau Holle im Märchen und in Sagen so unterschiedlich dargestellt wird. (3. - 5. Klasse)

„Eine Reise durch ein (un)bekanntes Land“

Thüringens Geschichte ist spannend! Wie ist dieses Land und seine Landschaft entstanden? Woher kommen die Thüringer? Was haben sie früher gegessen, wie haben sie sich gekleidet und gewohnt, wie haben sie gelernt, gearbeitet, gefeiert? Der Ausflug in Thüringens Regionalgeschichte kann durch einige Sagen ergänzt werden. (3. - 5. Klasse)

„Esel Erasmus unterwegs im sagenhaften Erfurt“

Esel Erasmus ist kein gewöhnlicher Esel, denn er kann lesen. Gelernt hat er es von Till Eulenspiegel – heimlich. Nun ist er unterwegs durch das spätmittelalterliche Erfurt, hungrig auf Futter, Lesefutter und Abenteuer. Er begegnet dem Mädchen Magdalena, Hans Sachs, Adam Ries, dem Studenten Martin Luther, dem Magier Faust und dem Magister Amplonius samt seiner großartigen Bibliothek. (3. - 5. Klasse)

„Der schillernde Friedrich“

Anekdoten über das Leben, Lieben und Leiden Friedrich Schillers (ab 9. Klasse)

„Einmal Mittelalter und zurück“

Was passiert, wenn sich eine 14-Jährige auf der Suche nach ihrem Vater ins späte Mittelalter verirrt? Die Geschichte „Halbes Bett“ erzählt davon. (ab 9. Klasse)

„Weihnachten!“

Fast scheint es so, als sei Weihnachten in Thüringen erfunden worden. Über alte und neue Bräuche, über die Verwirrung um unterschiedliche Nikoläuse, über die Rolle der Frau Holle weiß die Autorin zu erzählen. Daneben bringt sie etliche eigene Weihnachtsgeschichten mit, z. B. die von der bitteren Rache eines süßen Schokoladen-Weihnachtsmannes. (alle Altersstufen, auch für Erwachsene)

Leseprobe

Die Schatzinsel<

„Die Insel da vorne muss es sein“, ruft einer der Piraten.

„Ja, es gibt keinen Zweifel“, sagt der Kapitän und nickt. Durch Zufall hatte er die Schatzkarte einem Bettler für ein paar lumpige Münzen abgehandelt. Und nun würden die Schätze ihm gehören. Das Schiff nähert sich der Insel, Boote werden zu Wasser gelassen, die Piraten rudern hinüber an Land.

Wie staunen sie, als sie am Strand von einem alten Mann begrüßt werden: „Willkommen auf der Schatzinsel. Damit ihr nicht unnötig suchen müsst, überreiche ich euch den Schatz.“ Dabei weist er auf eine kostbare Truhe neben sich.

Die Piraten funkeln einander mit den Augen an. Sie bedanken sich kurz, schnappen sich die Kiste, laden sie ins Boot und rudern zum Schiff zurück.

Als es ihnen endlich gelingt, die Truhe zu öffnen, werden ihre Gesichter lang und länger. In der Kiste liegen nur Wörter. Alle Wörter, die es gibt.

„Ein Wortschatz! So ein Blödsinn!“, faucht der Kapitän und kippt die Truhe samt Inhalt ins Meer. Seither ist die Mannschaft dazu verdammt, stumm über die Meere segeln zu müssen.

 

Aus: 365 Kindergeschichten, Schwager & Steinlein Verlag Köln 2011.

 

 

Halbes Bett<

Wäre es besser gewesen, mich hätte der Hagel erschlagen? Oder wenigstens richtig schön verletzt, mit filmreifen Platzwunden und einer Gehirnerschütterung? Dann könnte ich jetzt im Krankenhaus liegen, meine Ma käme mich besuchen, mit einem Stapel Zeitschriften und ein paar Tafeln Schokolade. Sie würde sich an die Bettkante setzen und mir erzählen, dass sie sich das alles nur ausgedacht hat, diese Geschichte über meinen richtigen Vater, der sich Johann Faust nannte und dem Magier auf dem Gemälde im Stadtmuseum zum Verwechseln ähnlich sah. Damit ich mir wenigstens ein Bild machen konnte von diesem fremden, unbekannten Vater. Ich möge ihr doch bitte verzeihen und bitte, bitte aufhören, einem Phantom nachzujagen. Und bald, eines Tages, hoffentlich irgendwann wäre alles wieder gut und in Ordnung.

Nichts war in Ordnung. Wieso hagelte es überhaupt mitten im Sommer? Körner, groß wie Taubeneier! Und wieso hatte ich das verdammte Gefühl, der Himmel zielte mit diesen Geschossen haargenau nach mir? Losgerannt bin ich. Und ständig weggerutscht, weil überall Eiskörner lagen. Hinüber zu einer verrosteten Tür an der Seite des Doms. Eine verrostete Tür? Die hatte ich hier noch nie gesehen. Egal! Ich riss sie auf, sprang über die Schwelle und war in Sicherheit. Glaubte ich zumindest. Sekunden später knallte die Tür mit einem Donnerschlag hinter mir zu. Ich stand im Dunkeln und wusste nicht, was lauter hämmerte: mein aufgescheuchtes Herz oder der Hagel, der sich wütend gegen die Metalltür warf. Reglos wartete ich, dass mein Atem ruhiger wurde und sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnten. Doch so oft ich auch die Augen zukniff und wieder aufriss, es blieb schwarz um mich herum. Pechrabenschwarz.

Wieso kam kein Licht durch die Kirchenfenster? Wenigstens ein Rest Tageslicht, das durch die grauen Wolken sickerte? Ich kramte in meiner Tasche nach dem Schlüsselbund mit der winzigen Taschenlampe, knipste sie an und ließ den Lichtstrahl wandern.

Ich war nicht im Kirchenschiff gelandet, sondern in einer leeren Kammer! Nur ein paar Meter lang, mit einer niedrigen Gewölbedecke aus groben Steinen. Es roch wie in einem muffigen Keller. Na großartig, dachte ich. War das hier vielleicht der Eingang zu Frankensteins Ersatzteillager? Sehr gemütlich, sehr einladend!

Nur fünf Schritte weiter mündete der Raum in eine Treppe, sah ich im Schein der Taschenlampe. Vorsichtig schob ich die Füße über den buckligen Boden, näher heran an die Treppe. Der dünne Lichtstrahl verlor sich in bodenloser Schwärze. Während meine Blicke abwärts stolperten, schwappte aus der Tiefe modrige Kälte zu mir herauf, in mehreren Wellen.

Weg hier, war mein einziger Gedanke. Raus! Irgendwas stimmte hier nicht. Auch wenn der Hagel noch immer draußen tobte. Das war mir allemal lieber als dieser Abgrund, der schwer zu atmen schien wie aus einer jahrhundertealten Lunge.

(…)

 

Auszug aus „Halbes Bett“, abgedruckt in der Anthologie „Unicorns don't swim“. AvivA-Verlag Berlin 2016.

Feedback

8. November 2017, Lesung "Sagenbuch" und "Mein Thüringenbuch", Spiegelsaal der Sporthalle Dermbach
Ingrid Annel verstand es sehr gut, die Kinder zu begeistern und beantwortete viele Fragen. Es war eine kurzweilige Stunde, in der alle Zuhörer etwas gelernt haben.

26. April 2017, Lesung "Sagenbuch" und "Mein Thüringenbuch", Kreisbibliothek Meinignen
Frau Annel schaffte es, sich während den Veranstaltungen sehr gut auf die Kinder einzustellen. Sie begeisterte die Zuhörer mit Bekanntem und Unbekanntem aus der Sagenwelt und der Heimat Thüringen.